Vater erstochen und im Kasten versteckt

Mario S. mit Verteidiger Manfred Arbacher
Mario S. mit Verteidiger Manfred ArbacherBild: Denise Auer

Ein 32-Jähriger soll im vergangenen August seinen Vater (59) in Wien-Favoriten erstochen haben, er habe ihn "erlösen wollen". Am Montag musste er sich vor Gericht verantworten.

Nach Monaten im Alkohol-Albtraum schäumte es ihm über: Mario S. (32) soll im August des Vorjahres seinen Vater Manfred M. (59) in Wien-Favoriten erstochen haben. Am Montag musste er sich vor Geschworenen verantworten.

"Ich war in so einem Loch, dass ich auch immer mehr gesoffen habe", jammerte Mario S. Als ihm seine Partnerin den Laufpass gegeben hatte, war er zurück zum Papa gezogen. Doch der Senior bot ein Bild fortgeschrittenen Elends – er trank und trank und trank. "Irgendwann ging er vor Antriebslosigkeit nicht einmal mehr zur Toilette. Ich wollte ihn erlösen", flüsterte der Angeklagte.

Auch sein eigener Tagesablauf war in den Monaten vor der Tat bedrückend einfältig. 4.45 Uhr: Tagwache. Fernsehen. Bei Ladenöffnung um 7.00 Uhr sofort in den Supermarkt. Einkauf der Tagesration: Bier, Wein, Wodka, Leberkäse und Gebäck. "Dann tranken wir, schauten fern und schliefen. Wenn die Monatsrente meines Vaters zu Ende war, tranken wir für den Rest des Monats Wasser."

Am 3. August 2018 war er leider flüssig – und so kam es zum tiefblauen Finale: Mario S. soll mit einem Klappmesser zwei Mal in den Hals des Vaters gestochen haben. Manfred M. konnte keine Hilfe rufen. Sein Sohn hatte die Tür verbarrikadiert, fing das Blut in einer Colaflasche auf und nagelte die Leiche des Papas später im Kasten ein. Nüchtern das Urteil: zwölf Jahre Haft, nicht rechtskräftig. (coi)

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