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Vater legt wegen Kindern Internet von zwei Dörfern lahm

Weil er seine Kinder von Social Media fernhalten wollte, benutzte ein Vater aus Frankreich einen Störsender. Dieser legte das Internet lahm.
20 Minuten
19.02.2022, 21:02

Ein Familienvater aus der Gegend des französischen Messanges (Landes) wird strafrechtlich verfolgt, weil er unwissentlich mehrere Nächte lang das Internet und die Mobiltelefonie in seiner gesamten Nachbarschaft blockiert hatte, wie "France Bleu" berichtet.

Der Vater ging davon aus, er würde nur seinen Kindern das Internet vorenthalten und hatte keine Ahnung, dass der von ihm verwendete Störsender die Telekommunikation in einem Gebiet, das sich über zwei Gemeinden erstreckt, lahmlegen würde. Eine Untersuchung der nationalen Frequenzagentur ergab, dass er verantwortlich war, und es wurde eine Strafverfolgung eingeleitet.

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Kinder "süchtig nach Social Media"

Alles begann mit der Warnung eines Mobilfunkbetreibers: Eine seiner Antennen funktionierte nachts nicht mehr – in der Regel zwischen Mitternacht und drei Uhr morgens. Um das Rätsel zu lösen fuhr ein Techniker der ANFR, der nationalen Frequenzbehörde Frankreichs, mit einem voll ausgestatteten Fahrzeug zum Ort des Geschehens: Ein Funkpeiler auf dem Dach sollte die Herkunft des Störsignals ermitteln. Der Techniker war auch zu Fuß unterwegs und hatte einen tragbaren Empfänger dabei. Er identifizierte schließlich recht schnell ein Haus, von dem die Störung auszugehen schien.

Der Familienvater, der im Haus wohnt, wurde daraufhin befragt. Er gab sofort zu, dass er einen Multiband-Störsender benutzt, der sowohl den Empfang von Mobiltelefonen stören als auch WLAN lahmlegen kann. Er erklärte, er habe das Gerät gekauft, um seine Kinder nachts vom Internet fernzuhalten und zu verhindern, da sie häufig in den sozialen Netzwerken unterwegs waren, nach denen sie süchtig seien.

Bis zu 30.000 Euro Strafe

Jede Nacht schloss der Mann aus dem Departement Landais den Störsender an und dachte, er würde die Telekommunikation einzig in seinem Haus unterbrechen. Allerdings hätten solche Geräte oft einen "größeren Aktionsradius, als man denkt oder der Verkäufer vermuten lässt" erklärt die ANFR auf ihrer Website. So kam es, dass dieser Störsender die Mobiltelefonie in einem Gebiet störte, das sich über zwei Gemeinden, darunter Messanges, erstreckte.

Die ANFR weist darauf hin, dass Störsender in Frankreich strengstens verboten sind. Ihre Verwendung wird mit bis zu sechs Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe von 30.000 Euro bestraft. Genau das droht dem Familienvater jetzt. Die Staatsanwaltschaft Dax leitete eine Untersuchung ein und forderte die Gendarmerie auf, den Mann vorzuladen. Außerdem muss er eine Gebühr von 450 Euro für den Einsatz der nationalen Frequenzagentur zahlen.