Vater trägt seine drei toten Kinder zu Grabe

Bei der Familientragödie in Böheimkirchen starben im Dezember 2016 sechs Menschen.
Bei der Familientragödie in Böheimkirchen starben im Dezember 2016 sechs Menschen.Bild: Thomas Lenger
Fünf Monate nach der blutigen Familientragödie in Böheimkirchen wurden die Urnen der drei Kinder nun am Ottakringer Friedhof beigesetzt.

Vor fünf Monaten brach für Andreas K. die Welt zusammen: Seine Ex-Frau Martina R. hatte in einer beispiellosen Bluttat die gemeinsamen Kinder Michelle (7), Fabian (9) und Sebastian (10) im Schlaf mit einer Pistole erschossen. Bevor sie sich selbst das Leben nahm, tötete sie auch noch ihren Bruder Peter (40) und ihre sterbenskranke Mutter Mathilda R. (59).

Nach langen Ermittlungsarbeiten der Polizei und Problemen mit dem Böheimkirchener Friedhof wurden die eingeäscherten Körper der drei Kinder diese Woche am Ottakringer Friedhof in Wien bestattet – in der Nähe ihres Großvaters.

Wie der "Kurier" berichtet, hatte sich der EDV-Techniker seit 2013 in einem langwierigen Rosenkrieg mit seiner 35-jährigen Ex-Frau befunden haben. Er hatte kaum Gelegenheit die Kinder zu sehen.

Schüler trauerten um ihre Freunde

In einem Interview mit der Tageszeitung berichtet er, wie er versucht hatte, mit den Lehrern seiner toten Kinder Kontakt aufzunehmen. Er wollte erfahren, wie sie in der Schule waren, welchen Charakter sie zeigten und wie andere sie wahrnahmen. Bei seinem Besuch durfte er allerdings nur mit der Direktorin reden.

Stattdessen wurden ihm mehrere Kartons mit Habseeligkeiten seiner Kinder ausgehändigt. Auch Beileidskarten und Geschenke der Klassenfreunde waren darin. "Ein Freund wünscht ihm von ganzem Herzen, dass er im Himmel wieder mit [seinem ebenfalls verstorbenen Hasen, Anm.] Casanova spielen kann. Ein anderes Kind hat für sie ein Schutzschild gebastelt. Es gibt nichts Bewegenderes als diese Botschaften", so der vom Schicksal gezeichnete Vater.

Der 37-Jährige lebt mittlerweile in Wien. Die Tragödie hat er aber noch immer nicht überwunden. Auf die Frage, wie man solche Geschehnisse verarbeiten könne, antwortete er geknickt: "Ich glaube gar nicht. [...] Man lebt nur noch von Tag zu Tag."

(red)

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