"Hören wir den Schrei der Kleinen"

Nach jahrzehntelangen Skandalen in der katholischen Kirche beginnt heute im Vatikan der viertägige historische Kinderschutzgipfel.

„Herr, öffne unsere Ohren für die Botschaft derer, die in der Kirche missbraucht und misshandelt worden sind", lautete eines der einführenden Gebete. „Lass nicht zu, dass unser Versagen dazu führt, dass die Leute nicht mehr an dich glauben."

Mit Gebeten und einer Schweigeminute wurde im Vatikan heute Morgen die von Papst Franziskus einberufene Konferenz eröffnet.

In einer kurzen Rede zu Beginn des Treffens sprach Franziskus von einer „Plage sexuellen Missbrauchs an Minderjährigen, verübt von Menschen der Kirche".

„Auf unserem Treffen ruht die pastorale und kirchliche Verantwortung, dass wir synodal, ehrlich und vertieft darüber sprechen, wie wir diesem Übel begegnen, das die Kirche und die Menschheit betrifft. Das heilige Volk Gottes blickt auf uns und erwartet von uns keine einfachen Verurteilungen, sondern konkrete und wirksame Maßnahmen."

"Hören wir den Schrei der Kleinen, die Gerechtigkeit verlangen"

Der Papst kündigte an, "man müsse konkret werden" – seine Rede wurde per Liveschaltung nach draußen übertragen. Anschließend fand der weitere Gipfel unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. 190 Kirchenleute sind beim Gipfel mit dabei. Sie alle wurden vom Papst eindringlich zu "Freiheit, Mut und Konkretheit" aufgerufen: „Ich bitte den Heiligen Geist, uns in diesen Tagen beizustehen und dabei zu helfen, dieses Böse in eine Gelegenheit zur Bewusstseinsbildung und zur Reinigung zu verwandeln." Es gehe darum, „die schwerwiegenden Wunden zu heilen, die der Skandal der Pädophilie bei den Kleinen und den Gläubigen geschlagen hat. "Hören wir den Schrei der Kleinen, die Gerchtigkeit verlangen"

Der Kinderschutzgipfel soll nach Angaben der Organisatoren eine „richtige Wende" in der seit Jahrzehnten anhaltenden Krise bringen. „Die katholische Welt muss verstehen, dass Bischöfe weltweit Verantwortung tragen für das, was getan wurde", sagte der US-Kardinal Blase Cupich, der zum Vorbereitungskomitee des Vatikans gehört, am Montag in Rom. (isa)

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