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Vatikan kritisiert US-Buch über Sex-Moral

Scharfe Kritik hat die vatikanische Glaubenskongregation an einem Buch einer amerikanischen Ordensschwester über Fragen der Sexualmoral geübt.
Heute Redaktion
14.09.2021, 03:33

Margaret A. Farley verteidigte in ihrem 2006 erschienenen Werk "Just Love. A Framework for Christian Sexual Ethics" Masturbation, Homosexualität und Scheidung bzw. Wiederverheiratung. Das Buch enthalte "viele Irrtümer und Zweideutigkeiten", hält die Glaubenskongregation in der am Montag veröffentlichten Note fest.

"Verwirrung unter Gläubigen"

Die Autorin zeige kein richtiges Verständnis von der Rolle des Lehramts der Kirche und habe mit ihrem Buch Verwirrung unter den Gläubigen gestiftet, heißt es in der fünf Seiten langen Erklärung. Auf eine erste Bewertung des Buches durch die Kongregation hatte die Autorin in einer für Rom "nicht zufriedenstellenden Weise" geantwortet. Daraufhin folgte eine gründliche Überprüfung des auf Englisch erschienenen Buches.

"Widerspruch zu Katholizismus"

Die Ordensfrau, eine emeritierte Professorin für Sozialethik an der Universität Yale, ist konkret der Auffassung, dass Masturbation gewöhnlich gar keine moralischen Fragen aufwirft, homosexuelle Handlungen gerechtfertigt sein können und die Unauflöslichkeit der christlichen Ehe hinterfragt werden müsse. In all diesen Fragen, wie auch bei der von ihr propagierten Möglichkeit einer zweiten Ehe nach einer Scheidung, widerspricht die Kongregation massiv. Farleys Aussagen seien mit "echt katholischer Theologie" unvereinbar und stünden im Widerspruch zum Katechismus.

Papst ordnete Kritik persönlich an

Papst Benedikt XVI., bis zu seiner Wahl 2005 Präfekt der Glaubenskongregation, hat die Stellungnahme den Angaben zufolge gutgeheißen und ihre Veröffentlichung angeordnet. Ob die Kritik der Kongregation Folgen für sie hat, lässt die Note offen.