Van der Bellen saß mit Frau nach Sperrstunde in Lokal

Van der Bellen bei einer Teezeremonie in Japan.
Van der Bellen bei einer Teezeremonie in Japan.(Bild: picturedesk.com)
Am Sonntag nach Mitternacht traf die Wiener Polizei in einem Schanigarten auf den Bundespräsidenten und seine Ehefrau. Wer nun eine Strafe fürchten muss und was das Staatsoberhaupt von Österreich dazu sagt.

Lokale dürfen wieder öffnen – allerdings nur bis 23 Uhr. Und doch traf die Polizei in der Nacht auf Sonntag im Schanigarten eines Italieners in der Wiener Innenstadt auf zwei Prominente, die sich lange nach der Sperrstunde noch bei Getränken unterhielten: Bundespräsident Alexander Van der Bellen und seine Ehefrau Doris Schmidauer.

Beide kamen der Identitätsfeststellung "äußerst freundlich" nach, berichtet die "Krone". Das war gegen 00.20 Uhr, das Lokal war offiziell zu diesem Zeitpunkt schon geschlossen. Aki Nuredini, Betreiber des Italieners "Sole", gegenüber der "Krone": "Der Bundespräsident ist Stammgast bei mir, so wie viele Künstler. Er hatte Fisch zum Abendessen. Ich habe alles richtig gemacht und wir haben pünktlich um 23 Uhr, wie es das Gesetz vorschreibt, mit einer letzten Getränkerunde zugesperrt." Van der Bellen und Schmidauer seien danach noch sitzen geblieben. Anfangs sei der Betreiber auch selbst noch dabei gewesen.

"War ein Fehler"

Van der Bellen reagierte über eine Sprecherin gegenüber "Heute" mit Einsicht: "Ich bin erstmals seit dem Lockdown mit zwei Freunden und meiner Frau essen gegangen. Wir haben uns dann verplaudert und leider die Zeit übersehen. Das tut mir aufrichtig leid. Es war ein Fehler."

Laut "Krone" können Lokale Gästen erlauben, auch nach der Sperrstunde sitzen zu bleiben, ohne Getränke oder Speisen zu servieren. Das sei dann eine "Privatfeier". Die Polizei hat den Sachverhalt an das Wiener Magisrat weitergeleitet, das nun über eine mögliche Strafe für den Wirt entscheiden muss – bis zu 30.000 Euro sind möglich. Der Bundespräsident und seine Frau müssen keine Konsequenzen fürchten.

FPÖ spottet

Seitens der FPÖ kam auf schnellstem Weg Spott und Häme in Richtung Van der Bellen. Generalsekretär Michael Schnedlitz in einer Aussendung: "Das Staatsoberhaupt verhöhnt auf diese Weise die vom Corona-Wahnsinn der Regierung schwer geplagte Bevölkerung, die sich an die schwarz-grünen Regeln hält, auch wenn sie noch so unsinnig sind." Wer mit einer solchen Selbstverständlichkeit auf die Verordnungen pfeife, gehe wohl davon aus, selbst über dem Gesetz zu stehen. "Das ist für den Bundespräsidenten eines demokratischen Landes eine höchst unpassende Attitüde."

Am Wochenende kam es in einem Wiener Balkan-Lokal ebenfalls zu einem – deutlich eindeutigeren – Bruch der Sperrstunde. Eine feiernde Meute brach alle Corona-Regeln >

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