Vor Gold-Fahrt in Saalbach

Venier über Horror-Nacht: "Christian legte sich zu mir"

Ex-ÖSV-Ass Stephanie Venier spricht offen wie nie über ihr Karriereende, ihre Liebe zu Christian Walder – und eine Nacht, die alles veränderte.
Sport Heute
03.11.2025, 08:30
Hör dir den Artikel an:
00:00 / 02:45
1X
BotTalk
Loading...
Angemeldet als Hier findest du deine letzten Kommentare
Alle Kommentare
Meine Kommentare
Sortieren nach:

Kommentare neu laden
Nach oben

Sie war eine der Schnellsten auf zwei Brettln, holte WM-Gold im Super-G bei der Heim-WM in Saalbach. Nach ihrem größten Triumph trat die 31-Jährige zurück. Heute ist die Siegerin von drei Weltcuprennen angekommen – nicht nur im Leben nach dem Spitzensport, sondern auch in der Liebe.

In der Sky-Talkreihe "RIESENrad – Sportgrößen im Waggon 28" sprach die Tirolerin nun so offen wie noch nie über ihre Gefühle rund um das Karriereende, ihre Kindheit, das Verhältnis zu ihren Eltern – und ihren Freund, den früheren ÖSV-Kollegen Christian Walder.

"Noch keine Minute Skifahren vermisst"

"Ich habe noch keine Minute vom Skifahren vermisst", sagt Venier. Und das, obwohl sie sich am Höhepunkt ihrer Karriere verabschiedete – mit Gold bei der Heim-WM in Saalbach. Doch genau dieser Tag hatte es in sich: Die Nacht davor war hart.

"Ich habe fast nicht geschlafen, war total nervös. Irgendwann habe ich Christian angerufen und gesagt: Bitte komm, ich brauch dich. Vielleicht hilft’s, wenn du einfach da bist." Ex-ÖSV-Abfahrer Walder, der im Oktober 2025 ebenfalls endgültig seine Karriere beendet hat, zögerte nicht. "Er legte sich zu mir."

"Er ist sofort eingeschlafen", lacht Venier heute. "Und ich lag daneben und dachte mir: Das darf doch nicht wahr sein! Ich kann noch immer nicht schlafen." Erst um fünf Uhr brachte Venier die Augen zu, um sieben Uhr klingelte bereits wieder der Wecker. Doch ein kleines Nickerchen am Renntag selbst – oben in der Lifthütte – sollte am Ende alles verändern.

"Dieser Schlaf war Gold wert", sagt sie – und rast danach zur Goldmedaille, begleitet vom Jubel tausender Fans und ihrer Familie. "Alle waren da, das war mein perfekter Moment."

Venier wuchs im Tiroler Oberland auf, die Liebe zum Skifahren wurde ihr quasi in die Wiege gelegt. "Ich hab in der Früh immer gesagt: Papa, gehen wir Skifahren!" Gelockt wurde sie damals mit Pommes, den Einkehrschwung liebte sie.

Video: Hat der Wintersport eine Zukunft?

Kein Landescuprennen gewonnen

Trotz Spaß an der Sache war ihr Weg kein geradliniger. "Ich hab nie ein Landescuprennen gewonnen, war nicht die, die immer ganz oben stand. Aber ich hatte Spaß – und das war das Wichtigste." Der Schritt ins Skigymnasium Stams war entscheidend: "Da hab ich gewusst, jetzt wird’s ernst."

Emotional wurde es 2017, als sie in St. Moritz Vize-Weltmeisterin in der Abfahrt wurde: "Mein Papa hat damals zum ersten Mal geweint. Da hab ich gesehen, wie sehr sie alles mitgetragen haben – das war einer der schönsten Momente."

Der Entschluss zum Rücktritt kam langsam, aber konsequent. "Ich wollte aufhören, weil ich es will – nicht weil der Körper mich dazu zwingt." Als der Gedanke zum ersten Mal in Saalbach aufkam, behielt sie ihn für sich. Beim Saisonfinale in Amerika war’s dann klar: "Ich hab gespürt: Das ist nicht mehr meine Welt."

Venier kritisierte vor dem Abschied ÖSV-Cheftrainer Roland Assinger und seinen Umgangston. Sie sprach dabei eine grundsätzliche Schieflage im ÖSV an: "Die Männer können ihre Meinung sagen und es wird daran gearbeitet. Wenn wir Frauen Kritik geäußert haben, hieß es nur: 'Fahr gescheit, dann passt das schon.' Wir sind oft fehlverstanden worden – und das ist traurig."

Heute lebt sie mit Walder eine zurückgezogene, glückliche Beziehung. Beide verbindet das Verständnis für den Leistungssport – und die Leichtigkeit des Lebens danach.

"Ich hab alles erreicht, was ich mir erträumt hab. Und jetzt genieße ich, was kommt", sagt sie.

{title && {title} } red, {title && {title} } Akt. 03.11.2025, 08:56, 03.11.2025, 08:30
Weitere Storys
Jetzt E-Paper lesen