Ein Häftling, der erst nach 21 Minuten aus einer brennenden Gefängniszelle in der Justizanstalt Josefstadt befreit wird. Ein Video und eine Recherche der Wochenzeitung "Falter" sorgen derzeit für Aufregung. Lesen Sie hier mehr dazu!
Die Justizwache-Gewerkschaft reagiert nun darauf und betont, dass die Justizwachebeamten "unmittelbar lebensrettende Maßnahmen" unternommen hätten. Der Brandschutztrupp sei trotz knapper Besetzung unverzüglich vor Ort gewesen und es sei gelungen, allen vier Insassen das Leben zu retten. 11 Justizwachebeamte seien dabei verletzt worden.
"Alle Kolleginnen und Kollegen haben in dieser Situation vorbildlich gehandelt", hält der Vorsitzende der Justizwachegewerkschaft, Albin Simma, in einer Aussendung fest.
Extreme Überbelegung
Seit mehr als eine Jahrzehnt weise man aber darauf hin, dass die Justizanstalt in der Josefstadt chronisch überbelegt sei, die Beamten im Gegenzug seien unterbesetzt.
"Mitursache dieser extremen Überbelegung in der Justizanstalt Wien-Josefstadt ist unter anderem die seinerzeitige Schließung des Jugendgerichtshofs unter Justizminister Dieter Böhmdorfer. Der Überbelag – mittlerweile mehr als 20 Prozent - in der Justizanstalt Wien-Josefstadt bedeutet für die dortige Kollegenschaft eine extrem hohe Belastung. Es müssen dringend Maßnahmen zur Entlastung der Kolleginnen und Kollegen gesetzt werden", so Simma weiter.
Neubau gefordert
Simma kritisiert auch das völlig veraltete Gebäude. "Das ist ja ein uraltes Gebäude und diese elendslangen Wege innerhalb der Dienststelle. Da ist ein Neubau unabdingbar. Das ist uns auch schon von vorhergegangenen Regierungen versprochen worden", sagte er im "Ö1-Morgenjournal".
Den gewünschten Neubau werde es aber nicht geben, heißt es aus dem Justizministerium. Dort will man die Situation mit einer Generalsanierung entschärfen, diese sei schon in Planung und Umsetzung heißt es vom zuständigen Generalsekretär.
(red)