Wien

Verboten, aber: Jeder 7. E-Scooter-Fahrer am Gehsteig

Mit einer Studie rechnet das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) mit E-Scooter-Fahrern ab. Und empfiehlt: Die Gefährte sollen langsamer werden.
Claus Kramsl
12.08.2021, 18:49

Für seinen E-Scooter-Report nahm der KFV 738 Lenker in Wien sowie Linz, Klagenfurt und Innsbruck unter die Lupe. Das Ergebnis bestätigt, was jeder Fußgänger in diesen Städten täglich am eigenen Leib erlebt: Kaum jemand hält sich an die seit 2019 bundesweit gültigen Regeln:

Fahren am Gehsteig 15 Prozent, also mehr als jeder siebente E-Scooter-Pilot flitzt am Gehsteig dahin. Immerhin: 2019 war es noch jeder dritte (34 Prozent). Richtig wäre, auf der Straße bzw. am Radweg zu fahren. 81 Prozent tun das laut KFV auch, wenn einer vorhanden ist. Neun Prozent fahren auch dann den Gehsteig.

Handzeichen Die Änderung der Fahrtrichtung ist verpflichtend anzugeben. Aber nur zwei Prozent halten sich daran.

Kopfschutz Helm ist nicht Pflicht (Ausnahme: Kinder unter 12), aber empfohlen. Zwei Prozent schützen ihren Kopf.

Zwei am Scooter Die Geräte sind nur für eine Person zugelassen. Zwei Prozent verstießen bei der KFV-Studie dagegen.

Stolperfalle 54 Prozent der Scooter werden am Gehsteig geparkt. Das ist erlaubt, aber 20 Prozent davon standen an zu schmalen Stellen (weniger als 2,5 Meter Breite). Jeder zehnte parkte so rücksichtslos, dass er eine Gefahr für Fußgänger darstellte.

Der KFV empfielt mehr Bewusstseinsbildung, strengere Kontrollen und Strafen, sowie den Ausbau der Rad- und Scooterwege. Auch die Herabsetzung der Höchstgeschwindigkeit von derzeit 25 km/h sei zu diskutieren. Weiters sollten die gültigen Altersgrenzen (12 bzw. 9 Jahre mit Radfahrausweis) überprüft werden.

"Heute" auf Google als bevorzugte Quelle festlegen
Mehr zum Thema