Österreich

Verdächtige (15) weinte: Messer-Prozess vertagt

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:33

Jene 15-jährige Jugendliche, die im Mai 2013 einen Mitschüler mit einem Messer in den Bauch gestochen hatte, stand am Freitag in Leoben vor Gericht. Nachdem das Mädchen in Tränen ausgebrochen war, wurde der Prozess vertagt.

Die Anklage wirft der zum Tatzeitpunkt erst 14 Jahre alten Verdächtigen absichtliche schwere Körperverletzung vorn. Nachdem das neu in die Schulklasse gekommene Mädchen mit einem Mitschüler ständig im Clinch lag, was sich auch in Internet-Dialogen niederschlug, rammte das Mädchen dem Burschen ein Jausenmesser in den Bauch.

Die Verteidigung stellt ihre Mandantin als Opfer dar. "Er hat einen Angriff gesetzt, das rechtfertigt die Notwehr", meinte einer der beiden Verteidiger und bezeichnete das Ermittlungsverfahren als "Farce". "Fühlen Sie sich schuldig?", fragte Richterin Sabine Anzenberger die Beschuldigte direkt. "Eigentlich nicht. Ich habe nie die Absicht gehabt, das zu tun", antwortete das Mädchen.

SMS: "Der ist ein toter Mensch"

Der SMS-Verkehr der Schülerin mit dem Opfer spricht eine andere Sprache. Die beiden beschimpften einander zwar ziemlich ordinär, die eindeutigen Drohungen gingen aber eher von dem Mädchen aus. "I schlitz eam auf" oder "Der ist ein toter Mensch" hieß es da. Am Abend vor der Tat schrieb die 15-Jährige einem Freund: "Wenn er morgen irgendwas zu mir sagt, stirbt er."

Kurz zuvor hatte sich der Bursche aber offenbar bei ihr entschuldigt und gemeint, man solle doch wieder gut sein. Dennoch nahm sie das Messer in die Schule mit. "Wieso hatten Sie Angst, wenn er sich bei Ihnen entschuldigt hat?", verstand die Richterin nicht ganz.

Eine Antwort kam nicht mehr, ein Weinkrampf unterbrach die Verhandlung. Das Mädchen erfing sich nicht mehr, daher wurde der Prozess vertagt. Künftig soll ein Psychiater beigezogen werden, um den Gesundheitszustand des Mädchens zu überwachen. Ein Termin für die Fortsetzung stand noch nicht fest.

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