Vereine "verwandeln" IT-Schrott in Schul-Laptops

Das Projekt "100:eins" macht aus IT-Schrott Laptops für sozialschwache Schüler. Nun wurde der erste Laptop durch die Mitarbeiterin des Verein Mut, Anna Friedmann (re.), stellvertretend für eine Schülerin an die Lehrer Bernhard Listabarth und Natascha Rosenberger-Stolz des BRG Rahlgasse (Mariahilf) übergeben.
Das Projekt "100:eins" macht aus IT-Schrott Laptops für sozialschwache Schüler. Nun wurde der erste Laptop durch die Mitarbeiterin des Verein Mut, Anna Friedmann (re.), stellvertretend für eine Schülerin an die Lehrer Bernhard Listabarth und Natascha Rosenberger-Stolz des BRG Rahlgasse (Mariahilf) übergeben.Bild: Kein Anbieter/Verein Mut/Socius
Laptops gewinnen auch in der Schule an Bedeutung. Doch sozialschwache Familie können sich diese oft nicht leisten. Hier hilft das Projekt "100:eins", nun wurde der erste Laptop übergeben.
Laut Statistik Austria waren im Jahr 2018 25 Prozent oder 372.000 Personen aller Armuts- und Ausgrenzungsgefahrdeten Kinder und Jugendliche unter 20 Jahren. Das Risiko sozialer Ausgrenzung habe fur diese Altersgruppe mit 21 Prozent uber dem der Gesamtbevolkerung gelegen.

Weil Armut auch die Bildungschancen vermindere, hat der gemeinnützige Wiener Verein MUT gemeinsam mit dem Verein Socius die Initiative "100:eins" gestartet, die Kindern sozialschwacher Familien unter die Arme greift.

"Gerade in den höherstufigen Schulklassen ist für rund Zweidrittel der Lehrgegenstände mittlerweile ein Laptop notwendig. Doch gleichzeitig steigt der Anteil jener Jugendlichen, die sich eben den nicht leisten können, daraus ergeben sich auch Nachteile in den Ausbildungschancen. Mit dem Projekt 100:eins helfen wir und stärken so die Chancengleichheit bei Bildung", erklärt MUT-Projektleiter Alex Maier (51) gegenüber "Heute".

CommentCreated with Sketch.1 Kommentar schreiben Arrow-RightCreated with Sketch. 240 kg gesammelter IT-Schrott in drei Notebooks getauscht

Seit Beginn der Aktion im April 2019 wurden 240 Kilogramm IT-Altgerate gesammelt und recycelt. Im Gegenzug wurden dafür drei Laptops fur finanziell benachteiligte Schulerinnen und Schuler zur Verfugung gestellt. Uber einen Laptop durfte sich etwa eine Schulerin des BRG Rahlgasse freuen, der noch vor Schulschluss ubergeben wurde. Das Ziel sei es, diese Zahl bis zum Ferienende mindestens zu verdoppeln.

Aktion "100:eins" fur mehr Chancengleichheit am Bildungsweg

Um den heutigen, hoheren Bildungsweg gut beschreiten zu konnen, seien Schulerinnen und Schuler auf Notebooks als Lernbehelf angewiesen. Aus diesem Grundgedanken heraus wurde die gemeinsame Aktion "100:eins" gestartet. Fur eine gewisse Menge gespendeten IT-Schrott, der von Socius recycelt, repariert oder neu verarbeitet wird, bekommt je ein finanziell benachteiligter Jugendlicher einen Laptop fur die Schule. So werden aus 100 gesammelten Handys, Festplatten oder Motherboards oder aus 100 Kilogramm diversem Elektroschrott je ein funktionstuchtiger Laptop fur bedurftige Schulerinnen und Schuler.



IT-Rohstoffe fur heimische Industrie

In dem behordlich genehmigten Recyclingbetrieb von Socius werden die gespendeten Gerate fachgerecht in Einzelteile zerlegt und zu 100 Prozent wieder der heimischen Rohstoffindustrie zugefuhrt. Dabei gehe Socius eigene Wege und achte bei der Weitergabe insbesondere darauf, dass diese Rohstoffe nicht – etwa durch Exporte – der heimischen Rohstoffindustrie entzogen werden. Dadurch werde im sozialen Entsorgungsbetrieb von Socius taglich eine Tonne CO2 Emission eingespart.

Sammelstelle im Verein MUT

Auch Privatpersonen und Unternehmen können helfen und ihre alten Elektronikgerate im Vereinszentrum des Vereins Mut in Wieden abgeben. Großere Mengen holt der Verein nach Absprache auch gerne ab. Mehr Infos dazu gibt es online hier. (lok)

TimeCreated with Sketch.; Akt:
WienNewsWienKinderSozialhilfe

ThemaCreated with Sketch.Mehr zum Thema

CommentCreated with Sketch.Kommentieren