Österreich

Verfahren gegen Säure-Attentäter eingestellt

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:16

Das Verfahren gegen Zoltan Alfred L., der seit 2013 in mindestens drei Fällen Tierschützer mit Buttersäure und sogar Elektroschocker attackierte, ist eingestellt worden. Das teilte der "Verein gegen Tierfabriken", dessen Mitglieder wiederholt Opfer des psychisch kranken Mannes wurden, am Dienstag in einer Aussendung mit. Der Mann soll nun untergetaucht sein.

wurden, am Dienstag in einer Aussendung mit. Der Mann soll nun untergetaucht sein.

Ein psychiatrisches Gutachten stufte den psychisch kranken Mann als unzurechnungsfähig und damit nicht schuldfähig ein. "Aus psychiatrischer Sicht ist davon auszugehen, dass Herr L. auch diesmal in der subjektiven Gewissheit handelte, das Richtige zu tun", so das Gutachten, das die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Wien, Nina Bussek, am Dienstag bestätigte.

Die Taten seien "wahngeleitet, ohne Einsicht in das begangene Unrecht" erfolgt, heißt es weiter. Besonders besorgniserregend: Laut Polizeibericht sei der psychisch Kranke nun untergetaucht, nirgends mehr wohnhaft und für die Behörde nicht mehr erreichbar, teilte der VGT in seiner Aussendung mit.

Drei Attacken in fünf Monaten

Erstmals aufgefallen ist L., als er sogar zum Elektroschocker und verletzte damit mehrere Aktivisten des "Vereins gegen Tierfabriken".

Hinweise auf erhöhte Gewaltbereitschaft, Affektdurchbrüchigkeit oder Störungen der Impulskontrolle gebe es allerdings nicht, so der Attest des Gutachtens. Alle Verfahren wurden deshalb eingestellt. Für VGT-Obmann Martin Balluch, der selbst beim Elektroschocker-Attentat verletzt wurde, bleibt "ein schaler Nachgeschmack". Buttersäure gegen Aktivisten werde als "ein Kavaliersdelikt" behandelt, "Buttersäure gegen Tierpelz [als] ein Kapitalverbrechen".

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