Der Mann Anfang 40 hätte am Mittwoch auf dem Weg zu seiner Arbeitsstelle in der Gemeinde Bordes unweit des Pilgerortes Lourdes sein Kind (14 Monate alt) in einer Krippe vorbeibringen sollen. Dies vergaß er offenbar – und fuhr stattdessen direkt zu seiner Arbeit beim Helikopterturbinen-Hersteller Safran. Das Kind, dessen Geschlecht nicht genannt wurde, ließ er im Auto auf dem großen Firmenparkplatz zurück.
Erst als die Mutter das Kind in der Krippe in Assat abholen wollte und dieses nicht da war, erinnerte sich der Vater. Als er zu seinem Auto zurückeilte, war es bereits zu spät: Das Kind lag leblos im Fahrzeug. Die sofort alarmierten Rettungskräfte versuchten, das Kleinkind zu reanimieren, aber es war zu spät: Um 17 Uhr wurde es für tot erklärt, wie actu.fr schreibt. "Niemand hat auf dem Parkplatz auch nur das kleinste Geräusch gehört", sagte Staatsanwältin Cecile Gonsac. Am fraglichen Tag war es "nur" 22 Grad warm.
Eine erste Untersuchung weist darauf hin, dass das Kind an Dehydrierung und Sauerstoffmangel starb, wie Gonsac am Freitag bekanntgab. Eine Autopsie soll nun die genaue Todesursache klären. Die nicht vorbestraften Eltern stehen unter Schock und wurden in ein Spital eingeliefert. Sie haben noch ein zweites Kind. Auch in der Krippe mussten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter psychologisch betreut werden. Sie wurde bis Ende Woche geschlossen.
Ein praktisch identisches Drama hatte sich bereits am 20. Juni in St. Nazaire ereignet. Auch hier hatte ein Vater seinen 14 Monate alten Sohn im Auto vergessen – das Kind starb an Überhitzung.