Österreich

Vergewaltigtes Mädchen: Verdächtiger leugnet alles!

Das in Wien missbrauchte Mädchen schilderte minutiös die entsetzliche Attacke im Kinderzimmer. Der mutmaßliche Peiniger bestreitet die Vorwürfe.
Heute Redaktion
13.09.2021, 20:03

Leonie hat trotz ihres zarten Alters von zehn Jahren schon in den menschlichen Abgrund blicken müssen. Seit einem fürchterlichen Übergriff leidet sie unter Alpträumen und Panikattacken. Rosarot ist in Leonies Leben derzeit nur ihre Handtasche, die sie voller Stolz trägt und gestern Früh mit ihrem Lieblingsstofftier geschmückt hat. Es sollte ihr Kraft geben für jene 90 Minuten, in denen sie am Wiener Landesgericht die Misshandlung durch einen Bekannten (34) nochmals schildern musste.

Verdächtiger soll Leonie gedroht haben

Nämlich ganz allein. Sogar Leonies Mutter Martina (alle Namen von "Heute" aus Opferschutzgründen geändert) saß in einem Nebenzimmer, da sie selbst als Zeugin firmiert. Die Zehnjährige erzählte dann – ohne weinen zu müssen –, wie sich der Bekannte an ihr vergangen haben soll. Die Schilderung des Kindes machen fassunglos: Fußballfan Christopher C. soll sie nach der fürchterlichen Attacke geschlagen und an den Haaren gerissen haben. Besonders bedrückend: Als die Mutter am Abend der Tat im Kinderzimmer nach dem Rechten sehen wollte, soll Christopher C. gedeutet haben, ihr den Hals abzuschneiden, sollte sie auspacken.

Verdächtiger starrte wortlos zu Boden

Als Leonie es gestern vor den Ermittlern tat, saß der einschlägig vorbestrafte Christopher C. (mit Brille, Jeans und Glatze) teilnahmslos im Nebenraum, starrte zu Boden und hörte die massiven Anschuldigungen via Videoübertragung. Er starrte wortlos zu Boden. In einem Fall entlastete Leonie den 34-Jährigen sogar – ein an ihr festgestellter blauer Fleck kam bei der Einvernahme zur Sprache: "Das ist beim Spielen mit meiner Schwester passiert", so die ehrliche Antwort des Kindes.

Eis nach tapferer Befragung

„Eine Kugel Erdbeereis", das war Leonies einziger Wunsch nach der Aussage. Ihre Mutter erfüllte ihn ihr gern, denn: „Sobald wir heimkommen, kriegt sie Panik. Wir müssten eigentlich weg von hier – doch unser ganzes Geld steckt in dieser Wohnung", erzählt Martina K. Und überhaupt: „Nichts ist mehr wie früher", sagt Dreifach-Mama Martina todtraurig. „Das Schlimmste ist, dass die Leute in unserer Wohngegend jetzt auch mit dem Finger auf meine Leonie zeigen – so, als hätte sie einen Fehler begangen."

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"Hab ich was falsch gemacht?"

Und tatsächlich, unlängst stieß der Zehnjährigen der herzzereißende Satz heraus: „Habe ich etwas falsch gemacht?" Im Gegenteil: Der einschlägig vorbestrafte Christopher C. (34, er wurde zu drei Jahren teilbedingter Haft verurteilt und saß ein Jahr hinter Gittern) erschlich sich offenbar perfide das Vertrauen der Familie. „Ich lernte ihn am Fußballplatz kennen. Er war sehr hilfsbereit und wollte uns beim Ausmalen helfen. Ich hätte ihm so etwas Schreckliches nie zugetraut."

Tat perfide geplant?

Nach dem Freundschaftsdienst ließ der 34-Jährige, der noch bei seiner Mutter wohnt und selbst einen kleinen Sohn hat, den er nicht sehen darf, seine iPhone-Kopfhörer liegen. Mama Martina: „So hatte er einen Vorwand, um nochmals hinaufkommen zu können. Er legte uns offenbar also perfide rein."

Anwalt Mayer: "Nicht geständig"

Nun wurde ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben. Christopher C. – für ihn gilt die Unschuldsvermutung – sitzt derzeit in der Justizanstalt Wien-Josefstadt in Untersuchungshaft. Er leugnet die gegen ihn erhobenen Vorwürfe vehement. "Heute" erreichte seinen Anwalt Rudolf Mayer Montagabend: "Mein Mandant ist zu den Vorwürfen nicht geständig. Meiner Meinung nach haben sich diese im Zuge der kontradiktorischen Einvernahme am Montag auch nicht bestätigt", so Mayer.

Spannend wird, was die Auswertung des Handys des Verdächtigen ergibt – Christopher C. soll sehr explizite Fotos der Minderjährigen gemacht und gespeichert haben. (coi)

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