Ein Rumäne verteidigte sich am Montag am Landesgericht Wien auf ungewöhnliche Weise gegen den Vorwurf der versuchten Vergewaltigung zweier Wienerinnen (23, 24): Seit er 2010 in seiner Heimat wegen Kinderpornos und Sex mit einer Unmündigen im Gefängnis saß, wolle er "von Frauen nichts wissen" – und sei homosexuell.
Der 35-Jährige hatte sich im Mai nach dem Konsum von zwei Pillen Ecstasy, 1,5 Gramm Kokain und einem halben Liter Hochprozentigem mit Energydrinks ans Steuer seines blauen Hyundai Ioniq gesetzt. Um 5.15 Uhr in der Früh hielt er am Straßenrand, um sein unter den Sitz gerutschtes Handy aufzuheben. Zwei Nachtschwärmer standen just in diesem Augenblick in der Nähe. Sie verwechselten das Auto mit einem eben bestellten Taxi und stiegen nichtsahnend ein.
"Durch die Drogen geriet ich in Panik und fuhr los", so der Angeklagte. Wortlos brachte er die Studentinnen bis zu seiner Garage in Meidling. Diese merkten erst, als sich das Garagentor hinter ihnen schloss, dass sie an den Falschen geraten waren. "Ich hatte getrunken, aber mit einem Mal war ich stocknüchtern", erinnerte sich eine der beiden jungen Frauen an den Moment. "Wir sahen uns an und wussten, das kann nicht gut sein."
Im Video: Anwalt Sascha Flatz über den Fall
Es folgte eine wahre Gewalt-Orgie: Als die Studentinnen flüchten wollte, riss sie der Mann an den Haaren zu Boden, prügelte abwechselnd mit Fäusten auf sie ein. Die Opfer erlitten teils schwere Verletzungen, eine der Frauen musste an der Nase operiert werden. Erst, als ein Passant und ein Hausbewohner auf die Situation aufmerksam wurde, ließ der Angreifer von ihnen ab.
"Ich schlug sie ins Gesicht, aber vergewaltigen wollte ich sie nicht", beteuerte der Mann und bekannte sich teilschuldig. Durch kam er damit nicht – 4,5 Jahre unbedingte Haft wegen versuchter Vergewaltigung, rechtskräftig! Den Opfern wurden für die körperlichen und psychischen Folgen – sie mussten in Therapie und leiden an einer posttraumatischen Belastungsstörung – Schmerzengeld und Verdienstentgang zugesprochen, 2.000 Euro überreichte Anwalt Sascha Flatz im Namen seines Mandanten sofort.