Zwei in den Siebziger-Jahren im Kinderheim am Wilhelminenberg untergebrachte Frauen machten nun eine schockierende Enthüllung. Die berichten über Massenvergewaltigungen und vermuten, dass sie damals von den Erzieherinnen verkauft wurden.
Zwei in den Siebziger-Jahren im Kinderheim am Wilhelminenberg untergebrachte Frauen machten nun eine schockierende Enthüllung. Sie berichten über Massenvergewaltigungen und vermuten, dass sie von den Erzieherinnen verkauft wurden.
Die beiden Schwestern haben lange geschwiegen. Nun wagten sie den mutigen Schritt nach vorne und reden über das viele Leid, das ihnen im Schloss Wilhelminenberg angetan wurde. Die Geschwister kamen etwa vor 40 Jahren in das 1977 geschlossene Kinderheim, als sie sechs- bzw. acht Jahre alt waren. Dort wurden sie wie viele andere Kinder jahrelang regelmäßig geschlagen und sexuell missbraucht.
Gegenüber dem ORF sprach eine der beiden Schwestern von wiederholten Massenvergewaltigungen durch mehrere Männer. Täter dürften Fremde, aber auch Erzieher des ebenfalls im Gebäude untergebrachten Buben-Internats gewesen sein. Die Erzieherinnen sollen weggesehen haben: "Sie mussten uns schreien gehört haben. Es sind ja mehrere Kinder vergewaltigt worden", sagte eine der Schwestern.
Mädchen von Erzieherinnen verkauft?
Möglicherweise erhielten die Erzieherinnen des Heimes Geld, damit die abscheulichen Missbrauchsfälle nicht an die Öffentlichkeit geraten. Darauf deutet auch hin, dass die Erzieherinnen vor den Vergewaltigungen darauf achteten, dass die Mädchen gepflegt waren.
Die Stadt Wien, die das Heim betrieben hat, erklärte, dass sie um eine lückenlose Aufklärung bemüht sei. Eine unabhängige Historikerkommission soll nun diesen Fall prüfen. Sie wurde vor einem Jahr unter der Leitung des Wiener Zeithistorikers Reinhard Sieder eingerichtet, um Missbrauchsfälle in städtischen Heimen aufzuarbeiten.