Seit Freitag muss sich der frühere Profi-Basketballer und Reality-Darsteller Yasin Mohamed (35) in München vor Gericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Vergewaltigung vor. Er bestreitet die Vorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung.
Im Zentrum steht eine Nacht im Juli 2024 in einem Hotelzimmer in Griechenland, unmittelbar nach dem Finaldreh der Show "Love Island V.I.P.". Laut Anklage übernachtete seine damalige Show-Partnerin Sophie Imelmann (30) in seinem Zimmer und stellte mehrfach klar, dass sie keinen Sex wolle. Zweimal soll Mohamed sich darüber hinweggesetzt haben. Im Dezember 2024 erstattete die Schauspielerin ("Köln 50667") Anzeige.
Vor Gericht brachte Verteidiger Alexander Esser eine Audioaufnahme ins Spiel. Nach den Dreharbeiten soll es ein Gruppentelefonat zwischen Imelmann, Mohamed, einer Verantwortlichen des TV-Teams und einem für die Show abgestellten Psychologen gegeben haben. Imelmann soll das Gespräch heimlich mitgeschnitten haben, was rechtlich problematisch sein kann.
Der verschriftlichte Mitschnitt wurde im Prozess verlesen. Darin reagiert Mohamed nach Angaben der Verteidigung schockiert auf die Vorwürfe und sagt: "Man muss das im Detail klären." Man habe nackt im Bett gelegen und Zärtlichkeiten ausgetauscht, Imelmann sei dabei auch Initiatorin gewesen. Sie entgegnete demnach: "Du stellst es so dar, als hätte ich das dauerhaft gemacht. Das war nur kurz."
Der Angeklagte selbst sagte im Prozess nichts. Seine Verteidiger erklärten in seinem Namen, sämtliche Zärtlichkeiten seien "im gemeinsamen Einvernehmen" erfolgt. "Unser Mandant respektierte den Wunsch, keinen Geschlechtsverkehr zu vollziehen."
In den Zeugenstand trat auch die Polizeibeamtin, die die Anzeige aufgenommen hatte. Sie schilderte, welchen Eindruck Imelmann damals gemacht habe, und gab Einblick in die Dreharbeiten: "Sie fand ihn nie richtig gut, wurde von der Produktion unter Druck gesetzt, sich darauf einzulassen."
Verlesen wurde außerdem die Vernehmung einer Verantwortlichen des Drehteams. Sie sagte zu dem Vorfall: "Ich habe das Gefühl, dass sie sich irgendwo verloren hat zwischen Liebeskummer und verletztem Stolz."
Ob diese Einschätzung den Vorwurf entkräftet, muss nun das Gericht bewerten. Die Staatsanwaltschaft hält an der Anklage fest.
Als Zeugin ist Imelmann bislang nicht geladen, um ihr eine Aussage zu ersparen. Ihre frühere Videovernehmung bei der Polizei wurde bereits abgespielt. Das Urteil soll Mitte Oktober fallen.