Österreich

Vergewaltigungsopfer (29) von Dubai in Wien gelandet

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:23

Die 29 Jahre alte Wienerin, der nach einer Vergewaltigungsanzeige in Dubai eine Haftstrafe drohte, durfte die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verlassen. Die Studentin landete am Donnerstagabend in Wien, bestätigte das Außenministerium. Um 20.40 Uhr landete eine Emirates-Maschine mit der Frau am Flughafen Wien-Schwechat. Abgeholt wurde die Frau von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP).

Paukenschlag . Die Studentin durfte am Donnerstag die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verlassen, sie landete Donnerstag Abend in Wien. Sie wurde von einem Team des Außenministeriums sowie Minster Sebastian Kurz (ÖVP) vom Flughafen Wien-Schwechat abgeholt.

Um 20.40 Uhr landete die Emirates-Maschine mit der Frau, begleitet wurde sie von der Konsularexpertin Elisabeth Ellison-Kramer und dem Leiter des Krisenteams, Generalsekretär Michael Linhart. Die Diplomatin hatte bereits dem Mediziner Eugen Adelsmayr, der in Dubai nicht rechtskräftig wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurde, zur Ausreise in seine Heimat verholfen.

Die Wienerin wurde nach eigenen Aussagen in der Nacht auf 1. Dezember 2013 von einem Jemeniten vergewaltigt. Zeugen riefen die Polizei. Nach ihrer Anzeige geriet die Studentin selbst ins Visier der Justiz, die wegen Verdachts von außerehelichem Geschlechtsverkehr und Alkoholkonsums ermittelte. Die Frau saß drei Tage in Haft und musste ihren Pass abgeben.

Frau hätte Täter heiraten müssen

Die Situation der Wienerin gestaltete sich nach Ansicht von Experten brisant, weil die 29-Jährige Muslimin ist und daher mit Härte statt Milde rechnen musste. Denn westliche Bürger werden im Normalfall in den Emiraten "gnädiger" behandelt. Geringer könnte in so einem Fall die Strafe dann ausfallen, , sollte dieser nicht wegen Vergewaltigung verurteilt werden.

Am 5. Dezember informierte die 29-Jährige die österreichische Botschaft in den VAE. Seither wurde die Frau betreut, ihr wurde ein Vertrauensanwalt der Botschaft zur Seite gestellt. Im Jänner entsandte das Außenministerium ein Krisenteam nach Dubai. In Gesprächen wurde laut dem Ministerium erreicht, dass die Ausreise der Österreicherin ermöglicht wurde.

Wienerin will anonym bleiben

"Besonderer Dank und große Anerkennung gilt Generalsekretär Michael Linhart, Sektionsleiterin Elisabeth Tichy-Fisslberger, dem Team der Botschaft vor Ort, das sich von Beginn an mit vollem Einsatz um Hilfe für unsere Österreicherin bemüht hat, und insbesondere der  Expertin für Konsularfälle, Elisabeth Ellison-Kramer ", so Kurz in einer Stellungnahme am Donnerstagabend. Das Außenministerium verwies auf den ausdrücklichen Wunsch der Wienerin, dass ihre Anonymität weiterhin gewahrt wird.

Erst im Vorjahr sorgte ein ähnlicher Fall einer Norwegerin für Aufsehen. . Auch sie war nach der Anzeige einer Vergewaltigung wegen Alkoholmissbrauchs und außerehelichem Geschlechtsverkehr inhaftiert worden. Das löste weltweit Empörung aus. Die Frau wurde schließlich "begnadigt", bekam ihren Pass zurück und konnte ausreisen. Auch der mutmaßliche Täter - ein Kollege der Norwegerin - kam frei.

Online-Petition wurde gesstartet

Wie schon im Fall der Norwegerin wurde . Die Unterzeichner wandten sich darin an Kurz, der sich "persönlich für die umgehende Freilassung" der 29-jährigen Frau einsetzen solle. Mehr als 260.000 Menschen hatten bis Donnerstagabend die Petition des Netzwerkes Avaaz unterzeichnet.

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