Verlassen: "Bin ich tatsächlich so wertlos?"

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Mo wurde nach drei Jahren Beziehung von ihrem Freund verlassen. Seither versinkt sie in Selbstzweifeln.
Frage von Mo (29) an Doktor Sex: Während unserer dreijährigen Beziehung sah ich meinen Freund jeweils nur alle zwei Wochen für ein paar Tage. In dieser Zeit hatten wir Sex, unternahmen Ausflüge und waren eigentlich total zufrieden. Aber kaum war ich zur Tür raus, schrieb er mir Nachrichten, in denen er beteuerte, dass das alles nichts zu bedeuten hätte, dass er eigentlich gar keine Beziehung mit mir wolle und keine Zukunft mit mir sehe.

Er versprach am Anfang, als wir zusammenkamen, sich um mich zu kümmern, mich nicht auszunutzen und ehrlich zu sein. Nun hat er Schluss gemacht und ich bin komplett zusammengebrochen, weil somit alles, was ich in den letzten Jahren aufgebaut habe, die ganze Energie, die ich für uns aufgewendet habe, einfach umsonst war. Ist es zu viel verlangt, für einen Menschen da zu sein? Und bin ich tatsächlich so wertlos?

Antwort von Doktor Sex

Liebe Mo

Auch wenn es dir schwerfällt, solltest du das Aus dieser Beziehung nicht so persönlich nehmen, wie du es gerade zu tun scheinst. Es ist zwar herausfordernd, feststellen zu müssen, dass man mit einem Projekt gescheitert ist, in das man Herzblut, Gefühle und Arbeit gesteckt hat. Trotzdem sagt dieses Ende nichts über deinen Wert aus.

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Egal, was dein Freund gesagt oder getan hat: Du bist einzigartig – als Mensch, als Frau, als Mo, die nur du bist. Niemand lacht so wie du. Niemand sorgt sich so um seine Freunde wie du und niemand ist so verbindlich und loyal wie du. Darum und wegen unzähligen anderen Facetten von dir, bist du wertvoll – und unersetzlich.

CommentCreated with Sketch.1 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Beziehungen – nicht nur die, die wir zu unseren nächsten und liebsten Menschen haben – sind Lernfelder. In ihnen spiegeln wir uns, durch sie lernen wir uns kennen und entdecken die Seiten, die uns nur wenig oder gänzlich unbekannt sind. Dazu gehören neben den vielen, die wir an uns selber mögen auch diejenigen, die wir nicht wirklich mögen.

Ganz Mensch zu sein bedeutet, auch die dunklen Seiten der eigenen Persönlichkeit zu kennen und mit ihnen angemessen umzugehen. Sie zu verdrängen bedeutet nämlich, die Möglichkeit zu verlieren, bewusst damit umzugehen und das Potential zu nutzen, das möglicherweise in ihnen schlummert.

In deinem Fall könnte dies heißen, mit dem kratzbürstigen und unbequemen Teil in dir in Kontakt zu treten – dem Teil, der sich nicht einfach alles bieten lässt und der deinem "Freund" möglicherweise schon lange einmal klar und deutlich hätte sagen wollen, wie unmöglich und kindisch sein Verhalten dir gegenüber ist.

Es ist so, dass eine innere Stimme, die uns dazu auffordert, etwas scheinbar "Böses" zu tun, eine gesunde Energie von uns vertritt, für deren Ausleben wir aber in der Kindheit sanktioniert wurden, weshalb wir sie verbannten. So kann zwar nichts Verbotenes mehr geschehen, jedoch steht sie aber auch nicht zur Verfügung, um uns durchzusetzen.

Höre in Zukunft genau hin, wenn du in Situationen bist, in denen dir unwohl ist. Lausche den Stimmen in dir, auch den ganz leisen und traue dich, einer zu folgen, die dir zu etwas neuem, Unbekanntem rät – etwas, das du dir bisher noch nie erlaubt hast. Alles Gute!

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