Verlegung der Westausfahrt beschäftigt nun Gemeinderat

Bezirksvorsteherin Silke Kobald und der Hietzinger Gemeinderat Michael Gorlitzer (beide ÖVP) fordern grundsätzliche Änderungen am Projekt Westausfahrt, um den Grünraum im Wiental zu erhalten.
Bezirksvorsteherin Silke Kobald und der Hietzinger Gemeinderat Michael Gorlitzer (beide ÖVP) fordern grundsätzliche Änderungen am Projekt Westausfahrt, um den Grünraum im Wiental zu erhalten.BV 13
Die Stadt will die Westausfahrt nach Hietzing verlegen. Im Bezirk mehrt sich der Widerstand, eine Bürger-Petition wird nun Fall für den Gemeinderat.

Die Westausfahrt – in Verlängerung der Hadikgasse (Penzing) – soll nach den Plänen der MA29 - Brückenbau und Grundbau ab der Hütteldorfer Brücke stadtauswärts permanent auf die Hietzinger Seite neben den Franz-Schimon-Park verlegt werden, wir haben berichtet.

Die Anrainer laufen dagegen Sturm, sie befürchten eine massive Zunahme an Lärm, Stauchaos, eine höhere Stickstoffbelastung und die Rodung von Grünraum. Die Bürger-Initiative "Für ein ökologisches Naherholungsgebiet Wiental" hat gegen die Pläne eine Petitiongestartet, bisher unterschrieben rund 1.500 Menschen. Auch der ÖVP-regierte Bezirk unterstützt das Anliegen der Anrainer. Darin fordern die Anrainer eine Überarbeitung des vorliegenden Projektes und eine Attraktivierung des Naherholungsbereichs Wiental für die Bevölkerung. 

Nun kann die Bürger-Initiative einen ersten Erfolg feiern: Die Verlegung der Westausfahrt hat den Petitionsausschuss passiert und wird nun im Wiener Gemeinderat behandelt. 

Bezirkschefin befürchtet neue Hitzeinsel

"Die vorliegenden Pläne müssen dringend überarbeitet werden. Fünf Fahrspuren neben dem Franz-Schimon-Park zu bündeln, kommt der künstlichen Schaffung einer Urban Heat Island gleich", so Bezirkschefin Silke Kobald (ÖVP). Diese Frage stehe auch in direktem Zusammenhang mit den Schadstoffwerten, vor allem der Stickstoffoxidgrenzwerte. "Diese werden vor dem Hietzinger Amtshaus kurz vor der Kennedybrücke bereits bei zwei Fahrspuren überschritten. Es kann sich jeder ausrechnen, wie das bei fünf Fahrspuren neben dem Franz-Schimon-Park und neben dem Hackinger Wohngebiet nach Fertigstellung des Projektes sein wird", so Kobald.

Das vorliegende Projekt der MA29 - Brücken- und Grundbau sieht eine Zusammenlegung der zweispurigen Westausfahrt mit der bereits existierenden Westeinfahrt neben dem Wohngebiet in Hacking (Hietzing) und dem Franz-Schimon-Park vor. Gemeinsam mit einer vorgesehenen Abbiegespur über die Bräuhausbrücke in Richtung Penzing ergeben sich im Abschnitt vor der Bräuhausbrücke so fünf Fahrspuren. Der Bezirk und die Anrainer laufen dagegen Sturm.
Das vorliegende Projekt der MA29 - Brücken- und Grundbau sieht eine Zusammenlegung der zweispurigen Westausfahrt mit der bereits existierenden Westeinfahrt neben dem Wohngebiet in Hacking (Hietzing) und dem Franz-Schimon-Park vor. Gemeinsam mit einer vorgesehenen Abbiegespur über die Bräuhausbrücke in Richtung Penzing ergeben sich im Abschnitt vor der Bräuhausbrücke so fünf Fahrspuren. Der Bezirk und die Anrainer laufen dagegen Sturm.Stadt Wien

Zudem befürchtet der Bezirk, dass durch die Verlegung der Westausfahrt die natürliche Klimaanlage zwischen dem Grünraum am Wienfluss, Wienerwald und Lainzer Tiergarten unterbrochen wird. "Das halte ich für die Lebensqualität in den heißer werdenden Sommern für sehr gefährlich", so die Bezirksvorsteherin.

ÖVP fordert Stellungnahmen zum Projekt ein

In der vergangenen Sitzung des gemeinderätliche Petitionsausschusses am Dienstag beantragten die ÖVP-Gemeinderäte Michael Gorlitzer und Sabine Schwarz die Einholung von Stellungnahmen etwa der Wiener Stadtgärten, der Wiener Umweltabteilung, des Klimaschutzbeirates, der Umweltanwaltschaft und des Bundesministeriums für Klimaschutz.

"Es wird sehr interessant sein, ob und in welcher Form Umweltaspekte und Überlegungen zur Stadtplanung bei diesem Projekt eine Rolle gespielt haben. Die klare Ablehnung des Bezirks und der Anrainerbevölkerung sowie die Wahrung ihrer Rechte müssen in der Planung dieses Großprojektes berücksichtigt werden! Man sollte die Erfordernisse zur Neuerrichtung der Westausfahrt als Gelegenheit erkennen, das Wiental am Stadtrand ein Stück weit zu deregulieren", so Gorlitzer.

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