Wirtschaft

Verletzte bei europaweitem Streik!

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:11

Portugal und Spanien protestieren gegen das EU-Sparpaket. Italiener und Griechen legen für Stunden die Arbeit nieder. Aber auch in Belgien stehen die Züge still. In Spanien und Italien kam es bei Protestkundgebungen zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Dabei wurden zig Menschen verletzt.

Portugal und Spanien protestieren gegen das EU-Sparpaket. Italiener und Griechen legen für Stunden die Arbeit nieder. Aber auch in Belgien stehen die Züge still. In Spanien und Italien kam es bei Protestkundgebungen zu Auseinandersetzungen mit der Polizei. Dabei wurden zig Menschen verletzt.

Verheerende Auswirkungen des geplanten EU-Sparpakets: Ein Solidaritätstag des Europäischen Gewerkschaftsbundes aus Protest gegen die Sparpolitik sorgt in mehreren EU-Ländern für massive Arbeitsniederlegungen sowie Verkehrsprobleme.

Belgien: Eisenbahnstreik

Bahnreisende sollten am Mittwoch Belgien meiden. Beschäftigte des Bahnbetreibers SNCB begannen schon am Dienstagabend einen 24-stündigen Streik. Der Hochgeschwindigkeitszug Thalys wird nicht zwischen Deutschland und Belgien verkehren, teilte der Betreiber mit. Auf den anderen Routen nach Frankreich und den Niederlanden seien Verspätungen möglich. Der Eurostar-Zug durch den Kanaltunnel nach London soll hingegen wie üblich verkehren. Aus Frankreich kommende Reisende mussten in der Nacht in Lille in Busse umsteigen, um nach Brüssel zu gelangen. Der Ausstand sollte vor allem die Wallonie im Süden des Landes treffen - Auswirkungen werde es aber auch in Brüssel und in Flandern geben.

Verletzte bei Protesten in Spanien

Die Gewerkschaftsverbände in Spanien und Portugal wollen heute (Mittwoch/ab 00.00 Uhr) mit dem "ersten gesamt-iberischen Streik der Geschichte" die Wirtschaft der beiden Länder auf der Iberischen Halbinsel für 24 Stunden lahmlegen. Zu Beginn des Generalstreiks in Spanien sind nach Angaben des Innenministeriums 32 Menschen nach kleineren Auseinandersetzungen festgenommen worden. 15 Personen mussten wegen Verletzungen behandelt werden.

Nach Angaben der Gewerkschaften kam die Produktion in den spanischen Autowerken von Konzernen wie Volkswagen, Seat, Opel oder Nissan komplett zum Erliegen. Die Beteiligung an dem zweiten Generalstreik in diesem Jahr lag bei fast hundert Prozent.

Die Fluggesellschaften sagten eine Reihe von Flügen ab. Die großen spanischen Linien strichen etwa die Hälfte der geplanten Verbindungen. Auch im internationalen Flugverkehr könnte es zu Störungen kommen. In Spanien wurde für die Bahnen, U-Bahnen und Busse ein Mindestbetrieb vereinbart, der in jedem Fall aufrechterhalten werden soll. Die 24-stündigen Arbeitsniederlegungen auf der Iberischen Halbinsel werden auch Urlauber betreffen.

Auch in Italien Verletzte

Zehntausende Menschen sind am Mittwoch in allen italienischen Großstädten auf die Straße gegangen, um gegen die Krisenpolitik der Regierung Monti und der EU zu protestieren. In Schulen und im Verwaltungsbereich wurde die Arbeit niedergelegt. Züge standen vier Stunden lang still. Die größte Protestkundgebung fand in Rom statt. Zehntausende Schüler, Studenten, Arbeitslose und Anhänger linksorientierter Parteien versammelten sich auf der zentralen Piazza della Repubblica und zogen in Protestzügen durch die Innenstadt.

Bei Zusammenstößen wurden in Mailand fünf Polizisten verletzt. Der Sitz der italienischen Bankenvereinigung ABI wurde mit Eiern beworfen. Eingänge von Bankfilialen wurden mit Lack beschmiert. In Turin wurde ein Polizist von Linksradikalen schwer verletzt. Er wurde von rund 20 Jugendlichen umringt, die mit Stöcken und Knüppeln auf ihn einschlugen. Er wurde mit schweren Verletzungen ins Spital eingeliefert, berichteten italienische Medien. In Padua kam es zu Spannungen zwischen Polizisten und Demonstranten, als diese versuchten, in den Bahnhof einzudringen und die Abfahrt der Züge zu verhindern. Bei den Ausschreitungen wurden zwei Polizisten verletzt, zwei Demonstranten wurden festgenommen.

Auch Griechen streiken wieder

Mit einer dreistündigen Arbeitsniederlegung beteiligen sich auch die griechischen Gewerkschaften am Mittwoch am europaweiten Aktionstag gegen die Sparpolitik der Regierungen. Es gibt jedoch keinen Generalstreik. Die Staatsbediensteten wollten um 12.00 Uhr Ortszeit (11.00 MEZ) für drei Stunden die Arbeit niederlegen. Die Schulen und die Ministerien werden während des Ausstands geschlossen bleiben. Zudem wollen die Journalisten während der dreistündigen Arbeitsniederlegung im Radio und Fernsehen nur Nachrichten senden, die den europaweiten Aktionstag betreffen. Um die Mittagszeit ist eine Demo im Zentrum Athens geplant.

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