Verletzter ORF-Mann in Spital nicht richtig behandelt

Gernot Rohrhofer
Gernot Rohrhoferprivat
ORF-Redakteur Gernot Rohrhofer wurde nach einer Tennis-Verletzung im Spital nur oberflächlich behandelt, musste zu einem Privatarzt.

Beim Tennistraining Anfang August hatte sich ORF-NÖ-Redakteur Gernot Rohrhofer (36) am Arm verletzt, begab sich ins Kremser Spital. Doch dort schickte man ihn nach dem Röntgen mit dem Satz "Habens eh eine Sportsalbe daheim?" heim. Eine Schiene oder einen Verband bekam der schmerzgeplagte 36-Jährige nicht.

Befund nach einem Monat

Eine privat bezahlte und notwendige MRT-Untersuchung (220 Euro) in NÖ wäre erst am 9. August, also fünf Tage nach der Verletzung möglich gewesen, eine Befundbesprechung gar erst Anfang September. Doch wegen starker Schmerzen konsolidierte Gernot Rohrhofer einen befreundeten Spezialisten in Wien. "Ich bin Rechtshänder, konnte keine Tür mehr öffnen, kein Glas mehr heben", so Rohrhofer.

Eineinhalb Stunden nach dem Telefonat mit dem Wiener Arzt, der übrigens im Urlaub war, hatte der 36-Jährige eine MRT-Untersuchung, bekam eine Schiene zur Stabilisierung. Das sechste Sehnenscheidenfach war gerissen, am 10. August wurde Rohrhofer bereits operiert.

OP verlief gut

Der Eingriff verlief erfolgreich, der 36-jährige ORF-Mann bekam einen Sportgips, den er jetzt drei Wochen tragen muss und dann eine Schiene bekommt. "Das sechste Sehnenscheidenfach war gerissen, dadurch ist die Sehne herausgesprungen, was zu hören, zu sehen und zu spüren war. Zudem war der Diskus triangularis auch gerissen", so Rohrhofer. 

Kritik auf Facebook

Auf Facebook stellte der ORF-Reporter den Sachverhalt jetzt nüchtern dar und kritisierte die angebliche Spitzenmedizin in NÖ. "Ich habe viel Zuspruch bekommen und viele ähnliche Leidensgeschichten erfahren", so der ORF-Mann.

"Den konkret genannten Fall können wir aus Datenschutzgründen nicht weiter beantworten", so eine Sprecherin der Landesgesundheitsagentur.


Ablauf 

Hier noch generell die Informationen zum Ablauf laut Landesgesundheitsagentur: Bei Eintreffen in der Ambulanz des Klinikums erfolgt umgehend eine klinische Begutachtung, um die weiterführenden diagnostischen Maßnahmen, wie zB eine Röntgen- bzw Ultraschalluntersuchung festlegen zu können. Anschließend gliedert sich der weitere Verlauf in 3 Hauptsäulen:

1.    Der/die PatientIn wird ambulant behandelt. Hierzu zählt das Anlegen eines Gipses, einer Schiene oder eines Verbandes, sowie die Verschreibung notwendiger Medikamente. Es werden Kontrolltermine vereinbart, um so den Heilungsverlauf zu unterstützen.

2.    Sollte der/die ÄrztIn im Zuge der Behandlung feststellen, dass die Verletzung nur operativ behandelt werden kann, wird umgehend ein OP-Termin mit dem/der PatientIn vereinbart.

3.    Bei akuten, schwerwiegenden Verletzungen wird der/die Patientin stationär im Klinikum aufgenommen und alle notwendigen Behandlungen durchgeführt. Dies beinhaltet z.B. eine Schmerztherapie, eine Operation und die Unterstützung bei der Mobilisation durch PhysiotherapeutInnen.

Vor Ort in den Kliniken wird fachkundig entschieden, ob ein bildgebendes Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) sofort im Klinikum durchgeführt werden muss, oder der/die PatientIn dies im niedergelassenen Bereich durchführen kann. Maßgeblich ist vor allem die Art und Schwere der Verletzung. Natürlich können PatientInnen bei Vorliegen eines neuen Befundes jederzeit einen weiteren Behandlungstermin im Klinikum vereinbaren, um das weitere Vorgehen zu besprechen und gegebenenfalls die vereinbarte Behandlung zu adaptieren. Sollte also ein im niedergelassenen Bereich durchgerührtes MRT eine akute Operationsindikation aufzeigen, so wird dies auch in öffentlichen Kliniken umgehend berücksichtigt und auch durchgeführt.

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