Formel 1

Verliert Hamilton Titel? Rivale will vor Gericht ziehen

Titel-Beben in der Formel 1! Verliert Siebenfach-Champion Lewis Hamilton einen seiner Weltmeistertitel? Dafür könnten neue Enthüllungen sorgen. 
Heute Redaktion
04.04.2023, 19:05
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Die sogenannte "Crashgate"-Affäre wirbelt in der Formel 1 weiter viel Staub auf. Nicht zuletzt, weil der ehemalige Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone nun zugab, den Vorfall vertuscht zu haben. Ecclestone und der damalige FIA-Präsident Max Mosley hätten demnach bereits während der Saison 2008 von der Rennmanipulation im Rahmen des Grand Prix von Singapur gewusst. "Wir haben vorerst beschlossen nichts zu unternehmen. Wir wollten den Sport schützen und ihn vor einem großen Skandal bewahren", erzählte Ecclestone jüngst gegenüber "F1-Insider". 

"Wir hatten rechtzeitig genug Informationen, um die Angelegenheit zu untersuchen. Den Statuten zufolge hätten wir das Rennen in Singapur annullieren müssen. Dann wäre Felipe Masse Weltmeister geworden und nicht Lewis Hamilton. Mir tut Massa heute noch leid. Er hat alles richtig gemacht. Er wurde um den verdienten Titel betrogen, während Hamilton alles Glück der Welt hatte", so der 92-Jährige weiter. Und fügte an: "Heute hätte ich das anders geregelt." 

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Der "Crashgate-Skandal"

Zur Erinnerung: Der Große Preis von Singapur 2008 sorgte für den größten Skandal in der Formel-1-Geschichte. Denn der damalige Renault-Pilot Nelson Piquet Junior crashte in der 14. Runde des Rennens absichtlich, löste damit eine Safety-Car-Phase aus. Diese spülte seinen Teamkollegen Fernando Alonso im unterlegenen Renault auf Platz eins, der Spanier gewann, während Massa im Boxenstopp-Chaos nach dem Unfall auf Rang 13 zurückrutschte, damit aus den Punkterängen fiel. Rivale Hamilton wurde Dritter. 

Doch genau diese Pünktchen fehlten Massa schließlich im dramatischen WM-Finale von Sao Paulo 2008, als Hamilton auf den letzten Metern noch Timo Glock überholte und damit den notwendigen fünften Platz holte, damit seinen ersten Titel fixiert hatte. "Deshalb ist für mich Michael Schumacher immer noch alleiniger Rekordweltmeister. Auch wenn die Statistik etwas anderes sagt", meinte Ecclestone mit Blick auf die sieben WM-Titel, die Hamilton und Schumacher eingefahren haben. 

Piquet wurde schließlich im Jahr 2009 entlassen. Danach wendete sich der brasilianische Fahrer schließlich an die FIA und enthüllte, er sei angewiesen worden, absichtlich zu verunfallen. Flavio Briatore und Pat Symonds, die damals handelnden Personen, erhielte Sperren, der Renault-Rennstall kam mit einer Sperre auf Bewährung davon. 

Was macht Massa?

Die Ecclestone-Enthüllungen haben nun wiederum Massa auf den Plan gerufen. "Es gibt eine Regel, die besagt, dass, wenn eine Weltmeisterschaft entschieden ist, von dem Moment an, in dem der Fahrer die Trophäe erhält, die Dinge nicht mehr geändert werden können. Aber nach 15 Jahren hören wir, dass der Besitzer der Serie sagt, er habe es 2008 herausgefunden, zusammen mit dem Präsidenten der FIA. Und sie hätten nichts getan, um den Namen der Formel 1 nicht zu beschmutzen. Es ist traurig zu wissen, dass das Ergebnis dieses Rennens annulliert werden sollte und ich den Titel bekommen hätte. Am Ende war ich der, der durch dieses Ergebnis am meisten verloren hat", erklärte der brasilianische Ex-Pilot gegenüber "Motorsport.com". "Deshalb gehen wir der Sache nach, um das alles zu verstehen", deutete Massa an, den Fall noch einmal aufrollen zu wollen.

"Ich habe vor, die Situation anzuschauen. Ich würde es wegen der Gerechtigkeit tun", so Massa, der auch auf andere Sportarten verwies, wo es durchaus üblich ist, Titel der Vergangenheit auch Jahre später noch abzuerkennen – etwa die Tour-de-France-Siege von Lance Armstrong. "Wo ist da der Unterschied?", fragte Massa deshalb. 

Einem möglichen Neuaufrollen des Falles steht aber das FIA-Regelbuch im Weg. Denn das schreibt vor, dass die Meisterschaft abgeschlossen und nicht mehr angetastet werden kann...