Österreich

Vermisstenanzeige der Ex lässt Betrüger auffliegen

Heute Redaktion
14.09.2021, 15:35

Ein mutmaßlicher Betrüger ist in der Steiermark durch eine Abgängigkeitsanzeige aufgeflogen. Er soll mehreren Frauen und Firmen einen Schaden von rund 100.000 Euro beschert haben. Der 36-Jährige ist wurde festgenommen, teilte die Polizei am Mittwoch mit. Eine Ex schwärzte den Mann unwissentlich an.

Die Ermittlungen kamen ins Rollen, als eine der Ex-Freundinnen des Steirers Mitte November Vermisstenanzeige erstattete. Wie sich allerdings herausstellte, dürfte der aus Kärnten stammende und im Bezirk Graz-Umgebung wohnhafte Mann eher die Flucht ergriffen haben; nach ihm wurde nämlich wegen diverser Betrügereien schon eineinhalb Jahre gesucht.

Die Liste der Vorwürfe gegen den 36-Jährigen ist lang und reicht von Geldbeträgen verschiedener Größenordnung über ein bestelltes Fertigteilhaus bis hin zu mehreren georderten, aber nicht bezahlten Autos. Jener Ex-Freundin, welche die Vermisstenanzeige erstattet hatte, fügte er einen Schaden von rund 20.000 Euro zu. Mit der Behauptung, verschiedene Arbeitgeber würden ihm Geld schulden, bekam er von ihr zur Finanzierung seines Lebensunterhaltes Bargeld, bestellte Waren auf ihren Namen, telefonierte auf ihre Kosten und schloss in ihrem Namen Telefonverträge ab.

Polizei sucht nach Opfern  

Wie die Ermittler herausfanden, unterzeichnete der Mann einen Kaufvertrag für einen Vorführwagen, der zwar auf ihn angemeldet, aber nie abgeholt wurde. Das vereinbarte Storno blieb er schuldig. Bei zwei anderen Autohäusern sowie einer Privatperson soll er ebenfalls gebrauchte Pkw gekauft haben, ohne sie zu bezahlen. Volumenmäßig größer Coup war ein Fertigteilhaus, das er bei einer Baufirma bestellte: Auch in diesem Fall blieb er die Stornokosten - rund 15.000 Euro - schuldig, ebenso wie er die Notariatskosten für einen Grundstückskauf nicht bezahlte.

Schließlich soll der mittellose Mann noch versucht haben, die bereits stornierte Ablebensversicherung seiner Ex-Freundin mittels gefälschter Unterschrift auf einem Erlagschein wieder aufleben zu lassen. Der Verdächtige wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert und wird wegen gewerbsmäßigem Betrug und Urkundenfälschung angezeigt. Die Polizei sucht noch nach möglichen weiteren Geschädigten.

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