Verregnete "Landung" für Libelle am Leopoldmuseum

Die MQ Libelle ist eröffnet: Auch wenn das Regenwetter den Ausblick trübte: Sie soll nicht weniger sein als "die schönste Kulturterrasse der Welt".

Ende 2018 erfolgte der Spatenstich, heute, Dienstag, wurde die "Libelle" am Dach des Leopoldmuseums im Museumsquartier Wien (Neubau) eröffnet. Mit sichtlichem Stolz ("Wir sind im Zeit- und Kostenplan von 7,5 Millionen Euro") präsentierte MQ-Direktor Christian Strasser die Erweiterung des Museumsquartiers: "Was hier durch das Zusammenspiel aus moderner Architektur und freier Kunst entstanden ist, ist nicht weniger als die schönste Kulturterrasse Österreichs, vermutlich der Welt".

Schön ist auch der Ausblick, den die Besucher aus rund 25 Metern auf die Stadt haben. Bei der Eröffnung wurde dieser allerdings durch anhaltenden Regen und den teils starken Wind getrübt. Strasser vertröstet auf das Wochenende, wenn das Wetter wieder Sommertemperaturen erreicht: "Ich kann empfehlen gegen 7 oder 7.30 Uhr hier rauf zu kommen, der Anblick ist wirklich atemberaubend." Ob das stimmt, können die Wiener ab Freitag (täglich von 10 bis 22 Uhr, Winterpause von 1. November bis 31. März) selbst prüfen – und das kostenlos, ohne Zeit- oder Konsumzwang. "Im Vergleich zu anderen Städten, wo man für das Hinauffahren zahlen muss, ist bei uns der Lift zur Libelle gratis", betont Strasser.

Schwebende Architektur und Lichtinstallation lässt die Libelle schweben

Wer allerdings beim Besuch die Form einer Libelle sucht, der sucht vergeblich. Namensgebend war nicht direkt der architektonische Entwurf von Laurids und Manfred Ortner, vielmehr deren organische und schwebende Atmosphäre. Unterstützt wird das durch die Kunstinstallationen von Brigitte Kowanz und Eva Schlegel. Schlegel entwarf für die Glasfassade ein Design, das sich aus rund 2,4 Millionen kleinerer und größerer Punkte zusammensetzt. Gemeinsam mit abgestumpften Glasspitzen, die das Sonnenlicht fangen, entsteht so ein schwimmender Effekt, der an die Flügel einer Libelle erinnert. Zum anderen dient dieser einem praktischen Nutzen: Er verhindert die Lichtverschmutzung der Umgebung, wenn in der Libelle Abendveranstaltungen stattfinden. Dass die Libelle aber dennoch gesehen wird, dafür sorgt die ringförmige Lichtinstallation von Kowanz.

970 Quadratmeter große Dachterrasse ab Freitag für alle kostenlos zugänglich

Die "MQ Libelle" mit einer Gesamtfläche von 1.350 Quadratmeter (davon entfallen 970 Quadratmeter auf die Terrasse) ist die erste große Erweiterung des MuseumsQuartier Areals seit der Eröffnung im Jahr 2001. Gleichzeitig soll die Libelle all das verkörpern, wofür das MuseumsQuartier steht: die hervorragende Lebensqualität in Wien, das fruchtbare Zusammenspiel unterschiedlicher Künste sowie eine offene und tolerante Haltung, die zwischenmenschliche Kommunikation fördert und einen positiven Beitrag zur Gesellschaft leistet. Die "MQ Libelle" wird künftig als multifunktionaler Veranstaltungsraum genutzt und bietet zudem eine zusätzliche Plattform, Kunst- und Kulturprojekte auszustellen. Daneben kann die Libelle auch gemietet werden.

"Die Libelle ist gelandet. Und sie belegt, dass das MuseumsQuartier als Kunst- und Kulturareal ein lebendiger, oszillierender Ort ist, der sich ständig verändert und weiterentwickelt. Das MuseumsQuartier ist für sich der Beweis, dass unsere Stadt eine Vielzahl von pulsierenden Orten hat, die die WienerInnen aber auch die BesucherInnen unserer Stadt gleichermaßen in ihren Bann ziehen. Die 'MQ Libelle' mit ihren Kunst-Veranstaltungen, dem sensationellen Ausblick und nicht zuletzt dem Gastronomieangebot ist ein weiteres Asset im MuseumsQuartier, an dem alle Besucherinnen und Besucher teilhaben werden können. Ich bin davon überzeugt, dass sie in kürzester Zeit zu den Top-Veranstaltungsplätzen unserer Stadt zählen wird", betonte Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ).

Eröffnungswoche mit Kunstevents und musikalischer Libelle

In der Eröffnungswoche der "MQ Libelle" wird es im Haupthof des Museumsquartiers ein öffentliches Programm mit mehreren künstlerischen Beiträgen geben. In der Licht- und Klanginstallation "FRAKTAL" (Projektion: 1. bis 6. September jeweils 18 bis 24 Uhr, Soundinstallation: jeweils von 18 bis 22 Uhr) von Alex Kasses wird der Schatten zu einem Objekt der ständigen Transformation. Fragmentarisch bildet dieser aus Struktur und Form der "MQ Libelle" nach Arbeiten von Laurids Ortner, Brigitte Kowanz und Eva Schlegel den Kern der Lichtinstallation, die auf der Fassade des Leopoldmuseums zu sehen ist.

Im Rahmen der Performance "Libelle Flirr" (1. bis 5. September, 18 bis 22 Uhr und Sonntag, 6. September von 16 bis 20 Uhr) zirkulieren drei Posaunistinnen, erkunden das Areal und formieren sich zu immer neuen Klangkörpern und Figuren, so unbeständig und flüchtig wie der Flügelschlag der Libelle.

Auch die MQ Art Box wird durch die Installation „SIMILARITIES“ zum Kunst-Insekt: Die Silhouette der "MQ Libelle" wird von Alex Kasses in Zusammenarbeit mit THISPLAY in einen dauerhaften Schwebezustand versetzt und verwandelt die MQ Art Box in einen interaktiven Leuchtkörper, dessen Inhalt sich durch Annäherung generiert, verändert und im ständigen Wandel befindet.

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