Versicherungsprobleme für überfallene Juweliere

Bild: Graf

Juwelierüberfälle wie jener vom vergangenen Montag in Wien-Landstraße bereiten nicht nur der Polizei Kopfschmerzen. Uhren- und Schmuckhändler sorgen sich offenbar zunehmend um den Versicherungsschutz für ihre Waren bzw. deren Leistbarkeit. "Wenn sie öfter einen Schaden haben, haben sie ein Problem, dass sie die Versicherung nicht mehr nimmt", erklärt Alfred Römer, Obmann des Uhren-und Juwelenhandels in der Wiener Wirtschaftskammer.

Juwelierüberfälle wie jener vom vergangenen Montag in Wien-Landstraße bereiten nicht nur der Polizei Kopfschmerzen. Uhren- und Schmuckhändler sorgen sich offenbar zunehmend um den Versicherungsschutz für ihre Waren bzw. deren Leistbarkeit. "Wenn sie öfter einen Schaden haben, haben sie ein Problem, dass sie die Versicherung nicht mehr nimmt", erklärt Alfred Römer, Obmann des Uhren-und Juwelenhandels in der Wiener Wirtschaftskammer.
Klar ist, dass für die Versicherungsbranche Juweliere zu den Hochrisikokunden zählen. "Es ist nicht so, dass der gesamte Warenwert versichert wird", erläuterte ein Kenner der Szene. Die Regel sind vielmehr sogenannte Bruchteilversicherungen, die zum Beispiel ein Viertel des Warenwertes ausmachen können. Doch auch das ist alles andere als billig. Versichert ein Juwelier etwa einen Warenwert von 500.000 Euro, muss er sich auf eine Jahresprämie von 15.000 bis 20.000 Euro gefasst machen.

Die Überlegung hinter der Bruchteilversicherung liegt darin, dass die Täter in der Regel nicht das ganze Geschäft ausräumen. Übersteigt die Schadens- nicht die Versicherungssumme, bekommen die Opfer die gesamten entwendeten Werte ersetzt.

Dass es bei wiederholten Überfällen für einen Juwelier schwierig wird, eine Versicherung zu finden, ist für den Insider vorstellbar. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass die Sicherheitsvorkehrungen den höchsten Standards entsprechen. "Da ist man recht streng", sagt der Insider.

Denkmalschutz vs. SicherheitDie Juweliere versuchen unter anderem, die Versicherung durch eine Poollösung leistbarer zu machen. Dem Wunsch nach mehr Sicherheit kann manchmal nur bedingt entsprochen werden, wie Römer bestätigt. So wollte etwa einer der bekanntesten Innenstadtjuweliere, eine hochmoderne Sicherheitstür für sein Geschäft einbauen. Das wurde ihm allerdings nicht erlaubt, aus Denkmalschutzgründen.

Jedenfalls hat das Landesgremium der Uhren- und Juwelenhändler nun eine psychologische Betreuung für die Mitarbeiter organisiert. In Schulungen werden potenziell Betroffene auf Überfallsituationen vorbereitet. Das Angebot wird laut Römer sehr gut angenommen.

Alarmanlagen "nachbessern"
Die Exekutive ist von den Anstrengungen der Juweliere in Sachen Sicherheit durchaus angetan. "Mit dem, was sie haben, kann die Polizei schon arbeiten", heißt es von Seiten der Ermittler. "Natürlich könnte man überall nachbessern." Wünschenswert wäre dies dem Experten zufolge vor allem beim technischen Standard der Alarmanlagen sowie bei der Überwachung durch privates Sicherheitspersonal.

Pink Panther-Bande?
Zum bisher letzten Überfall auf einen Juwelier auf der Landstraßer Hauptstraße sind die Ermittler noch mit der Auswertung der Spuren befasst. Vermutet wird, dass die Täter zur sogenannten Pink Panther-Bande gehören. Diese hat es vor allem auf Uhren im Hochpreissegment abgesehen. Fahndungsfotos dürften nicht veröffentlicht werden. Die Täter hielten sich nicht im richtigen Winkel zur Alarmkamera auf.

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