Mit 19 Siegen in 22 Rennen holte sich der niederländische Red-Bull-Star völlig überlegen seinen dritten Fahrer-WM-Titel in der Formel 1. Auch, weil der RB19 das klar schnellste Auto der Rennserie ist. Dass man mit dem Boliden aber richtig umgehen muss, zeigt die Leistung von Verstappen-Teamkollegen Sergio Perez, der zwei der ersten vier Rennen gewann, letztendlich aber nur haarscharf Vize-Weltmeister wurde.
Entscheidend sei vor allem auch der Umgang mit den Reifen, meinte Verstappen gegenüber "Auto, Motor und Sport. "Du brauchst in jedem Fall ein Auto, das pflegeleicht mit den Reifen umgeht. Andernfalls bist du verloren", so der Niederländer. Einige Boliden seien richtige "Reifenfresser", so der 26-Jährige. "Sie sehen es an Haas. Ich denke nicht, dass Nico Hülkenberg und Kevin Magnussen Idioten sind. Wenn das Auto die Reifen überlastet, kannst du nicht viel machen. Zu allererst brauchst du das Fundament – und das ist das Auto. Als Fahrer kannst du eine oder zwei Zehntelsekunden pro Runde finden, indem du besser auf die Reifen achtest", erklärte der Sieger von 54 Formel-1-Rennen.
Auffallend war, dass Ferrari und McLaren im Qualifying durchaus mit Red Bull mithalten konnten, teilweise sogar schneller waren, im Rennen gab es aber kein Vorbeikommen am heimischen Rennstall. "Man kann ein Auto für eine Quali-Runde ganz anders abstimmen, also für den Longrun, vielleicht liegt darin auch ein Trick, warum wir dort so gut abschneiden", führte der Niederländer weiter aus.
Am Saisonbeginn waren Verstappen und Teamkollege Sergio Perez noch gleichauf, holten jeweils zwei Rennsiege aus den ersten vier Rennen. Als der Niederländer in Baku hinter seinem Team-Rivalen herfuhr, machte Verstappen die entscheidenden Beobachtungen, die in der Abstimmung einen Durchbruch brachten. "Ein paar Sachen, die man über das Lenkrad verstellen kann: Bremsbalance, Differential, Motorbremse. Mit den Werkzeugen umzugehen, sie ein wenig anders zu mischen, schien mir zu helfen", meinte der Dreifach-Weltmeister. Danach waren es immer wieder einsame Rennen an der Spitze. Allerdings ohne Langeweile. "Selbst wenn man weit vorne liegt, passieren immer Sachen, die man von außen gar nicht sieht. Du bist immer dabei, Feintuning zu betreiben, oder Neues herauszufinden. Es ist also nicht langweilig", so Verstappen.
Der Red-Bull-Star legte sich zuletzt aber immer wieder mit der FIA oder dem Rechteinhaber Liberty Media an. Gerade die Sprint-Wochenenden sind dem Dreifach-Weltmeister ein Dorn im Auge. "Ich würde immer dafür plädieren: Weniger Rennen, dafür mehr Qualität", so Verstappen über das Jahr 2024 – eine Rekord-Saison mit geplanten 24 Rennen. "Als ich als Kind den Fernseher eingeschaltet habe, habe ich mich vor Spannung gefragt, was im Rennen passieren wird. Als Fan hast du nicht alle Insider-Informationen zum Reifenabbau oder Ähnliches. Ein Sprintrennen lässt dich mehr oder weniger wissen, was am nächsten Tag passiert", so der Niederländer.
Mit dem Blick auf die Disqualifikationen von Lewis Hamilton und Charles Leclerc in Austin forderte der Weltmeister aber eine Regeländerung. Auf der unebenen Strecke vergriffen sich beide Teams bei der Abstimmung der Autos, die Bodenfreiheit der Planken war nicht mehr gegeben. Die Teams konnten wegen des Sprintformats aber nicht mehr reagieren. "Sie haben ihre Autos sicherlich nicht mit Absicht zu tief eingestellt. Wenn du aber einmal auf den falschen Weg gerätst, kommst du davon nicht mehr weg", meinte der 26-Jährige. Seine Lösung deshalb: die Änderung der strikten Parc-ferme-Regel. "Wenn sie weiterhin Sprints haben wollen, müssen sie Änderungen vornehmen."