Nach dem angekündigten Abgang von Lewis Hamilton zu Ferrari wird in der kommenden Saison ein Platz bei den "Silberpfeilen" frei. Diesen hat Teamchef Toto Wolff nun an das 18-jährige Talent Andrea Kimi Antonelli vergeben. Auch, weil Dreifach-Weltmeister und Red-Bull-Star Max Verstappen doch nicht den fliegenden Wechsel zu Mercedes wagt.
Dabei wurde im Fahrerlager monatelang getuschelt. Vor allem nach dem Bekanntwerden der Affäre rund um Teamchef Christian Horner zu Saisonbeginn. Das Verstappen-Lager – vor allem Vater Jos – sparte im Machtkampf zwischen dem österreichischen Red-Bull-Flügel und Horner, unterstützt von den thailändischen Mehrheitseigentümern auf der anderen Seite, nicht mit Kritik.
Das führte zu den öffentlichen Avancen Wolffs. Der Wiener machte keinen Hehl daraus, Verstappen holen zu wollen. Schon vor dem Red-Bull-Engagement des Niederländers stand Verstappen bei den "Silberpfeilen" hoch im Kurs. Wolff konnte Verstappen aber keinen Formel-1-Platz garantieren – im Gegensatz zu Red-Bull-Motorsportkonsulent Helmut Marko. Deshalb entschied sich der Niederländer für die Bullen.
Nun sah es lange so aus, als könnte es im zweiten Anlauf soweit sein, Verstappen tatsächlich bei Mercedes anheuern. Doch Marko, mit dessen Hilfe Verstappen aus dem Red-Bull-Vertrag aussteigen hätte können, bekannte sich zu Red Bull und Verstappen, der Sieger von 61 Formel-1-Rennen, wird auch 205 für das aktuell strauchelnde Weltmeister-Team fahren.
Mercedes entschied sich eben für Antonelli, Wolff sieht mit dem talentierten Italiener und Geroge Russell eine auf Jahre bestehende schlagkräftige Paarung. Auch wenn der Vertrag des Briten Ende 2025 ausläuft. "Wir können uns zurücklehnen", sagte der Mercedes-Teamchef gegenüber "Motorsport.com". "Ich habe es schon einmal erklärt und Max hat eine ähnliche Sicht: Man muss Vertrauen in die Fahrer und in sein Team haben. Man muss die größtmögliche Unterstützung geben, um es zu einem Erfolg zu machen", erklärte Wolff.
Und fügte dann an: "Für mich ist es so, als würde man mit jemandem flirten, während die Beziehung gut funktioniert. Aber das geht so nicht, ich flirte nicht außerhalb der Beziehung. Nur wenn ich etwas verändern möchte, würde ich das Gespräch suchen. Und auf seiner Seite ist es genauso."
Kurioserweise hat Red-Bull-Teamchef Christian Horner den Spieß zuletzt umgedreht, Russell aufgrund seines auslaufenden Vertrages als interessanten Fahrer für die Bullen ins Spiel gebracht – als Nachfolger für Sergio Perez.
Über all dem schwebt aber nach wie vor die ungewisse Zukunft. Nach dem personellen Aderlass bei Red Bull ging es in den letzten Monaten deutlich bergab. Ab 2026 gilt dann ein neues Reglement, auch auf der Motorenseite, allerdings soll der erstmals von Red Bull in Eigenregie konstruierte Antriebsstrang am Prüfstand nicht überzeugen.
Das könnte in der nächsten Saison die Verstappen-Spekulationen wieder neu in Fahrt bringen. Denn Marko erklärte bereits mehrmals, Verstappen werde dort fahren, wo er das schnellste Auto zur Verfügung habe.