Kaum einer kennt Max Verstappen so gut wie Helmut Marko. Jahrelang förderte die österreichische Formel-1-Legende den Niederländer – begleitete ihn vom Red-Bull-Junior zum vierfachen Weltmeister. Jetzt hat Verstappen seinen Vertrag überraschend bis 2030 verlängert. Und Marko begrüßt die Entscheidung seines ehemaligen Schützlings ausdrücklich.
"Max ist das Aushängeschild für das ganze Team, eine Leitfigur", sagt der 83-jährige Steirer zur APA. Die Verlängerung sei für Red Bull ein "ganz wesentlicher Faktor".
Für Marko kommt die Entscheidung vor allem zum perfekten Zeitpunkt. Nach einer schwierigen Phase und mehreren personellen Veränderungen brauche der Rennstall wieder Stabilität.
"Es ist ein richtiges Signal genau zum richtigen Zeitpunkt", betont Marko. "Dadurch kommt jetzt Ruhe und Stabilität ins Team." Die langfristige Zusage des Superstars soll Red Bull aber nicht nur sportlich helfen. Marko sieht darin auch einen wichtigen Trumpf bei der personellen Neuaufstellung des Rennstalls.
"Jeder ambitionierte Ingenieur will mit dem besten Fahrer zusammenarbeiten", erklärt der ehemalige Red-Bull-Motorsportberater.
Marko hatte Verstappen schon als Teenager unter seine Fittiche genommen. 2014 wurde der Niederländer ins Red-Bull-Juniorprogramm aufgenommen, 2016 folgte der Aufstieg zu Red Bull Racing. Gemeinsam feierten sie zwischen 2021 und 2024 vier WM-Titel. Mittlerweile hält Verstappen bei 71 Grand-Prix-Siegen.
Noch vor wenigen Tagen hatte Marko öffentlich auf eine schnelle Klärung der Verstappen-Zukunft gedrängt. Nun ist genau diese gefallen: Statt eines möglichen Wechsels zu einem Rivalen bindet sich der 28-Jährige sogar zwei Jahre länger als bisher geplant an Red Bull. Sein alter Vertrag wäre 2028 ausgelaufen.
Dabei läuft es sportlich derzeit nicht nach Wunsch. Red Bull hat mit dem neuen Reglement zu kämpfen, Verstappen liegt zur Saisonhalbzeit nur auf WM-Rang sechs. Trotzdem setzt der Niederländer auf sein langjähriges Team und dessen Weg zurück an die Spitze.