Verurteilter Mörder wegen Betrug im Häfn vor Gericht

Philipp Korotin tötete seine Freundin mit 200 Stichen und wurde schuldig gesprochen - einstimmig. Weniger stimmig ist ein neuer Prozess gegen ihn: ein Betrug, den ein anderer begangen haben soll.

Philipp K. tötete seine Freundin mit 200 Stichen und wurde schuldig gesprochen – einstimmig. Weniger stimmig ist ein neuer Prozess gegen ihn: ein Betrug, den ein anderer begangen haben soll.

Dass im berüchtigten Häf’n Stein (NÖ) oft obskure Deals gemacht werden, ist bekannt. Dieser hat nächste Woche ein Nachspiel vor Gericht: Der zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilte Philipp K. (27, er erstach 2010 seine Freundin Steffi P.) soll einem Mitgefangenen rund 50.000 Euro abgeknöpft haben. Skurriler Hintergrund: K. soll Ghassen F. in Stein eingeredet haben, dass seine Mutter Margit mit ihren Kontakten ins Ministerium eine Verlegung nach Tunesien erwirken könne.

Diesen Transfer sollte dann Mittelsmann Franz L. über die Bühne bringen. Doch statt in die Heimat überstellt, wurde der Tunesier nur um viel Geld geprellt. Ghassen F. erstattete Anzeige; die Polizei ermittelte. In einem Verhör in die Enge getrieben, gab Franz L. den Betrug schließlich zu. "Dennoch", so K.'s Anwalt Nikolaus Rast, "wurde das Verfahren gegen ihn eingestellt und nur mein Mandant und seine Mutter angeklagt." Und zwar ausgerechnet, als K. die Justiz mit der Wiederaufnahme seines Mordprozesses beschäftigte. Zufälle gibt’s.

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