Verwandte kämpften für IS: Traunerin schickte Geld

Die Angeklagte zeigte sich geständig
Die Angeklagte zeigte sich geständigBild: Andreas Krenn

Die Traunerin (46) soll ihren Schwager und ihren Neffen, die als IS-Kämpfer in Syrien waren, mit mehr als 10.000 Euro unterstützt haben – ein Jahr bedingte Haft.

Die vierfache Mutter und gebürtige Serbin lebt seit 45 Jahren in Österreich. Sie spricht oberösterreichische Mundart, arbeitet seit Jahren beim Finanzamt. Wie der Verteidiger am Mittwoch beim Prozess angab, "wisse sie nicht viel über den IS".

Trotzdem musste sie sich am Linzer Landesgericht wegen Terrorismusfinanzierung verantworten. Der Grund: Sie soll dem Bruder ihres verstorbenen Mannes und seinem Sohn, die 2013 nach Syrien gingen, ein Jahr lang insgesamt 10.894 Euro geschickt haben.

Das Geld sei von Postämtern in Linz und Traun via Western Union an Mittelsmänner in der Türkei überwiesen worden. Diese brachten laut Staatsanwalt das Geld nach Syrien.

Die beiden Kämpfer hätten es für ihren Lebensunterhalt und für die medizinische Versorgung.

Angeklagte habe Schwiegervater geholfen



Die Angeklagte gab die Vorwürfe zu, allerdings stamme das Geld nicht von ihr, sondern von ihrem Schwiegervater. Dieser sei aber an der Überweisung via Western Union gescheitert. Sie habe ihm dann geholfen.

Im November 2016 endeten die Überweisungen. Die beiden Verwandten dürften laut der Angeklagten kurz zuvor verstorben sein.

Nach rund einer halben Stunde zogen sich die Schöffen zurück. Die Angeklagte hat die Verhandlung sichtlich mitgenommen, begann sie doch in der Pause bei einem Telefongespräch zu weinen.

Knapp eine Stunde nach Prozessbeginn stand das Urteil fest. Die Beschuldigte wurde zu einem Jahr bedingter Haft verurteilt. Zudem muss sie 1.200 Euro Geldstrafe zahlen – rechtskräftig.

(mip)

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