Wien

Verwandter zockte Konto ab: Wienerin drohte Delogierung

Das Bankkonto einer älteren Dame wurde von einem Verwandten geführt. Als der Wohnungsverlust drohte, konnte sie es nicht glauben, was passiert war…
Nicole Oirer
06.07.2023, 10:56
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"Als ich bei der älteren Dame anläutete und ihr erzählte, warum ich da bin, wollte sie mir zuerst nicht glauben", erinnert sich Irene Reismüller aus der Abteilung "Case Management" von Wiener Wohnen noch an die erste Begegnung mit der Mieterin. Ein Verwandter der Bewohnerin hatte die Verantwortung über das Bankkonto der Frau. Er versicherte ihr immer wieder, dass alles in Ordnung sei und sie sich keine Sorgen machen müsse.

"Die Dame war schon älter, hatte selbst keinen Zugriff mehr auf ihr Bankkonto. Sie hat ihrem Verwandten da voll und ganz vertraut. Alleine zur Bank zu gehen um nachzuprüfen, was hier los ist, hat sie sich nicht getraut. Also hab ich sie zur Bank begleitet", erzählt Reismüller.

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Die 2017 gegründete Abteilung Case Management von Wiener Wohnen hilft Menschen, die von Delogierung bedroht sind. Irene Reismüller ist als Sozialberaterin für das Case Management tätig und hilft Menschen, denen der Wohnungsverlust droht. 

Dubiose Überweisungen

In der Bankfiliale stellte sich heraus, dass es Überweisungen gab, von denen die Mieterin nichts wusste. Der Verwandte soll das Konto missbraucht haben. "Deshalb ist sich die Miete nicht mehr ausgegangen", so die Sozialberaterin. Sie unterstütze die Pensionistin dabei, ihr Bankkonto von dem Verawandten wieder zurückzubekommen und alle Rechnungen zu bezahlen. Die Wohnung konnte so zum Glück noch gesichert werden.

Irene Reismüller ist Sozialberaterin und hilft Menschen bei drohender Delogierung. 
Denise Auer

Case Management verhinderte 518 Delogierungen

Zahlungsschwierigkeiten bei der Miete und drohende Wohnungsverluste sind inzwischen ein Thema, dass viele Menschen betrifft. Seit den anhaltenden Krisen betrifft das Problem Delogierung auch immer öfter die Mittelschicht. Wiener Wohnen hat daher 2017 die Abteilung Case Management eingerichtet. Diese unterstützt Menschen, denen eine Delogierung droht. 2022 konnte die Abteilung 518 Delogierungen verhindern. Seit kurzem gibt es zusätzlich das Angebot der Sozialberatung. Wer fürchtet, in Zukunft in Zahlungsschwierigkeiten zu rutschen, kann sich auch präventiv beraten lassen. Termine gibt es unter 05 75 75 75