Verwelkte Leopoldstädter Solarblume wird nun abgebaut

Vor fünf Jahren wurde die Solarblume am Judith Deutsch-Steg als Symbol für die Kraft der Sonne errichtet. Nun steht sie vor dem Aus.

Im Mai 2015 wurde der Judith-Deutsch-Steg zwischen Holubstraße und Donauländebahn (Leopoldstadt) eröffnet. Die 278 Meter lange Überbrückung des Handelskai sollte das Zu-Fuß-Gehen und das Radfahren attraktiver machen. Neu errichtet wurde damals auch eine Solarblume mit einer Leistung von 2,3 Kilowattstunden.

Bei der Eröffnung freute sich die damalige Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) über die Anlage ein "Symbol für den Vormarsch der erneuerbaren Energien in Wien". Passanten, die an der Solarblume vorbeikommen, sollten über das Wunder der Nutzung von Solarenergie staunen können. 

Vom Symbol für die Kraft der Sonne zum Schattendasein

Und tatsächlich: Die Solarblume sorgt auch noch fünf Jahre nach ihrer Eröffnung für Staunen – wenn auch aus anderen Gründen. Denn das einstige Symbol für die Kraft der Sonne führt derzeit eher ein Schattendasein. "Seit Jahren protzt diese offenbar defekte Solar-Anlage am donauseitigen Brückenkopf des Judith-Deutsch-Stegs mit dem Werbespruch 'Energie vom ersten bis zum letzten Sonnenstrahl', schreibt "Heute"-Leser Albrecht R. Doch Strom produziert die Anlage schon seit längerem nicht mehr. Die 18 Quadratmeter großen Solarmodulfächer, die sich wie eine Blume der Sonne entgegen richten sollten, bleiben eingefahren. 

Wien Energie prüft nun Nachnutzung des Standorts

"Heute"  fragte bei Wien Energie nach. Dort erklärt man, die Solarblume am Judith-Deutsch-Steg sei als erste Solarblume von Wien Energie errichtet worden. "Leider wurde die Anlage Anfang des Jahres irreparabel defekt und wird deshalb im August abgebaut. Eine Nachnutzung des Standorts wird aktuell geprüft".

Auch wenn die "Sonnenblume" nun wegkomme, der Ausbau der Photovoltaik gehe aber weiter, so Wien Energie. "Wir forcieren den Ausbau der Photovoltaik massiv und variieren auch den Einsatz verschiedener Solartechnologien: Neben den klassischen PV-Modulen auf Dächern und Freiflächen, gesellen sich zu den Solarblumen nun auch Solardächer wie am Haus des Meeres, flexible Folienmodule auf U-Bahnstationen oder doppelseitige, senkrecht montierte PV-Anlagen auf Landwirtschaftsflächen. Im ersten Halbjahr 2020 hat Wien Energie so viel Solarstrom erzeugt, dass umgerechnet alle Haushalte in der Josefstadt damit versorgt werden könnte", heißt es.

Wien wundert’s

Als Wiener weiß man: Bei uns gibt’s nix, was es nicht gibt. Und doch tauchen immer wieder neue Kuriositäten auf, bei denen man sich einfach nur wundern kann. Du hast auch was Kurioses entdeckt? Mail uns seinen Fund – am besten mit Foto – an wienwunderts@heute.at

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