Verwesende Nerze könnten Grundwasser verseucht haben

Ein Massengrab für Nerze in der Nähe von Holstebro, Dänemark
Ein Massengrab für Nerze in der Nähe von Holstebro, DänemarkMORTEN STRICKER / AFP / picturedesk.com
Die Notschlachtung von über 15 Millionen Nerzen könnte fatale Folgen haben. Nun wird eine Verseuchung des Grundwassers befürchtet.

Die Nerzen bereiten der dänischen Regierung auch einen Monat nach der Massentötung Kopfzerbrechen. Nicht nur tauchen viele Körper wieder auf, weil sie sich durch Gas aufblähen, die Nerze stellen möglicherweise auch eine Gefahr fürs Grundwasser dar.

Laut dem Lokalsender Radio4 kommt eine Studie der dänischen Umweltschutzbehörde zum Schluss, dass das Risiko einer Verschmutzung unmittelbar bevorsteht. "Es ist anzunehmen, dass das obere Grundwasser möglicherweise bereits kontaminiert ist", sagt der Geologe Claus Kjoller, Abteilungsleiter der Umweltschutzbehörde, gegenüber Radio4.

Nach der Massentötung wurde ein Großteil der Nerze vergraben oder in einer Nerzfabrik verarbeitet. Weiterhin unklar ist aber der Verbleib von eineinhalb Millionen toten Nerzen. "Es ist möglich, dass mehr Tiere vergraben wurden als bisher angenommen. Das ist momentan die einfachste Erklärung", gibt Landwirtschaftsminister Rasmus Prehn zu.

Durch Gase aufgebläht

Bereits Ende November kam es zu Problemen, als viele Nerze durch Gasbildung aufgebläht wurden und so wieder an der Oberfläche auftauchten. Im Allgemeinen ist die Tötung der Tiere sehr umstritten, so musste Gesundheitsminister Mogens Jensen nach der Keulung zurücktreten, weil die Maßnahmen ohne rechtliche Grundlagen angeordnet worden waren.

Wie das dänische Parlament am Donnerstag ankündigte, wird nun eine Kommission die Handlungen der Regierung untersuchen. Die Gräber werden nun rund um die Uhr bewacht.

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