Verzweifelte Suche nach amputiertem Cocktail-Zeh

Problem für das Downtown Hotel in Kanada: Jemand hat ihre berühmteste Cocktail-Zutat gestohlen. Einen menschlichen Zeh.
Das Downtown Hotel steht in einem kleinen 2.000-Einwohner-Dorf im Norden Kanadas. Müsste man nicht kennen, wenn die Hotelbar nicht einen der ungewöhnlichsten Cocktail der Welt auf der Karte stehen hätte.

Amputierter Zeh

Im "Sourtoe Cocktail" schwimmt nämlich ein echter, menschlicher Zeh. Beim Genuss dieses legendären Getränks ist es wichtig, dass der mumifizierte Zeh samt Zehennagel die Lippen des Trinkers berührt.

Mutprobe

Der Legende nach soll einem Schmuggler in den 1920er-Jahren auf dem Weg nach Alaska der Zeh abgefroren sein. Er konservierte ihn in einem Glas Schnaps. Dieses Glas wurde 1970 wiederentdeckt und ins Downtown Hotel gebracht. Einen Shot mit dem Zeh zu trinken wurde zur Mutprobe.

Gestohlen!

Doch das Downtown Hotel hat nun ein Problem: Jemand hat den berühmten Zeh am Samstagabend gestohlen: "Wir sind wütend! Zehen sind sehr schwer zu bekommen!", erklärt der "Zehen-Meister" der Bar, Terry Lee gegenüber "Global News".

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So ein Versager

"Dieser Gast bestellte den Zehen-Cocktail außerhalb der Zeit, in der wir ihn anbieten. Die Barkeeperin war nett und erfüllte seinen Wunsch trotzdem. Und wie dankt er es ihr? So ein Versager", ärgert sich Lee.

"Wir brauchen ihn dringend zurück"

"Aktionen wie diese betreffen nicht nur das Hotel, sondern die gesamte Gemeinde. Wir haben glücklicherweise ein paar Reserve-Zehen, aber diesen brauchen wir dringend zurück. Er war neu, ein richtig guter Zeh, den wir erst seit wenigen Tagen in Verwendung hatten", so Lee.

Verschluckt

Es ist schon der neunte Zeh, der der Bar verloren geht. Oft wurde er gestohlen, im Jahre 1980 wurde sogar einer verschluckt. Ein unglücklicher Minen-Arbeiter wollte den Rekord brechen und fiel vom Sessel. Dabei verschluckte er den Zeh unabsichtlich.

Mehrere Spaßvögel versuchten daraufhin, den Zeh zu essen oder zu schlucken. Dafür verrechnet die Bar mittlerweile 2.500 Dollar Strafe.

Reserve-Zehen

Doch woher kommen die Zehen eigentlich? Tatsächlich von Menschen, deren Zehen amputiert werden mussten, etwa nach Erfrierungen oder Unfällen.

Heiße Spur

Im aktuellen Fall gibt es jedenfalls schon eine heiße Spur: Der Dieb soll aus dem Raum Quebec kommen, er sprach mit einem französischen Akzent und soll mit seinem Plan, den Zeh zu stehlen, im Vorfeld angegeben haben. Sein Fehler? Er ließ das Zertifikat, dass man nach dem erfolgreichen Genuss des Cocktails bekommt, zurück. Darauf stand auch sein Name.

Die Polizei ermittelt bereits. Falls er den Zeh nicht unbeschadet zurückbringt, will die Bar ihn anzeigen. Auch ein Finderlohn wurde ausgelobt. (csc)

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