Bis vor einem Jahr war die Welt der jetzt 16-jährigen Anna (Name auf Wunsch geändert) noch in Ordnung und "normal". Doch mit dem Lockdown vor fast genau einem Jahr änderte sich das Leben der Schülerin eines Sportgymnasiums schlagartig und vor allem nachhaltig. Mit einem dramatischen Hilferuf versucht sie jetzt, die Bevölkerung, Politik, Eltern und Lehrer wachzurütteln.
"Seit Monaten sitzen wir jetzt zuhause und haben online Unterricht. Wir können uns kaum mit Freunden treffen, nichts unternehmen und Normalität herrscht schon lange nicht mehr. Der aufgeteilte Präsenzunterricht, der eigentlich Normalität schaffen sollte, bringt nur noch mehr Stress, Chaos und Verzweiflung. Wir stellen uns auf vier Tage Unterricht ein, haben zwischendurch wieder zwei Tage Wochenende und Arbeitsaufträge zu erledigen. Diese Arbeitsaufträge dauern oft länger als die Schulstunden, sind kompliziert und auch nach fast einem Jahr Online-Unterricht oft nicht leicht zu finden", meint die 16-Jährige.
Der Teenager weiter: "Nebenbei sollen wir für Schularbeiten und Tests lernen und gute Leistung erbringen. Nachdem wir monatelang keinen „normalen“ Unterricht hatten, wird alles geprüft, als wäre nie etwas gewesen. Nicht jeder Lehrer konnte mit dem Online-Unterricht gleich gut umgehen, aber wir sollen jetzt trotzdem alle auf dem selben Wissensstand sein? Wie genau soll das funktionieren? Wir sind alle verzweifelt, viele wissen das, aber niemand unternimmt etwas!"
Die Gymnasiastin wirft dringende Fragen auf: "Sogar "Zeit im Bild" teilte einen Beitrag, dass die psychischen Symptome bei Schülern stark ansteigen, aber wer unternimmt endlich etwas dagegen? Wer hilft uns?"
„"Meine Verzweiflung ist groß, ich weiß nicht, wie ich diese Schularbeit schaffen soll", so die 16-jährige Schülerin.“
Beim Gedanken an diese Woche wird der Sechstklässlerin anders: "Alle 6. Klassen meiner Schule schreiben diese Woche eine Mathe-Schularbeit. Den Stoff, der geprüft wird, haben wir im November durchgemacht, im Online-Unterricht. Meine Verzweiflung ist groß, denn ich weiß nicht, wie ich diese Schularbeit schaffen soll."
Die 16-Jährige kritisiert: "Uns für solche Probleme psychologische Hilfe anzubieten ist lächerlich, denn das ist nicht das Thema. Man sollte eher schauen, dass es gar nicht so weit kommt, diese Hilfe zu benötigen. Uns Schüler weniger unter Druck setzen in so einer Ausnahmesituation, sich zu überlegen, ob Schularbeiten und Test gerade wirklich das Wichtigste sind. Ob man uns wirklich jede Woche erneut unter Druck setzen muss auf Punkt abzuliefern, obwohl nichts ist wie sonst. Währenddessen alle Kinder und Jugendlichen schon wegen Corona verzweifelt sind, ist es da wirklich noch notwendig es wegen Schulischem den Druck noch zu verschlimmern?"