"Schwangere zählen zur Corona-Risikogruppe"

Die Gewerkschaft vida kritisiert, dass die von der Regierung präsentierte Definition von Risikogruppen in Bezug auf das Coronavirus Schwangere nicht miteinbezieht.

Am Dienstag präsentierte Gesundheitsminister Rudolf Anschober, wer genau zur Risikogruppe zählt. Für die Gewerkschaft vida ist es zwar ein Erfolg, dass nun auch sensible Berufsgruppen wie Pflege-, Betreuungs-, Gesundheits- oder Verkehrsbeschäftigte vor Corona geschützt werden. Für Unverständnis sorgt jedoch, dass Schwangere dabei nicht miteinbezogen wurden.

"Immerhin geht es um zwei Menschenleben"

"Niemand kann verstehen, dass schwangere Frauen nicht als Risikogruppe definiert wurden. Hier wurde eine Riesenchance vertan, schwangere Arbeitnehmerinnen endlich zu schützen. Die Bundesregierung handelt fahrlässig, immerhin geht es um zwei Menschenleben, um jenes der Mutter und jenes des ungeborenen Kindes", erklärt. Elisabeth Vondrasek, Frauen-Vorsitzende der Gewerkschaft vida in einer Aussendung.

Man dürfe werdende Mütter keinesfalls gefährden. "Ich kann diese Entscheidung der ExpertInnengruppe der Regierung überhaupt nicht verstehen. Seit Beginn der Krise machen wir darauf aufmerksam, dass kein Weg daran vorbeiführt, Schwangere zu schützen", so Vondrasek weiter.

Wahlfreiheit gewährleisten

Sie verweist vor allem auf den Gesundheitsbereich. Es betrifft aber auch Schwangere, die in anderen Branchen arbeiten, wo sie in engem Kontakt mit anderen Menschen stehen.

"Jede schwangere Frau, die krank wird, ist eine zu viel. Ich fordere Minister Anschober auf, die Lösung für werdende Mütter zu überdenken und umgehend anzupassen", betont Gerald Mjka, Vorsitzender des Fachbereichs Gesundheit in der Gewerkschaft vida. Ihm ist es wichtig, dass die Wahlfreiheit der schwangeren Beschäftigten gewährleistet ist. Sie müssen geschützt werden. "Entweder durch Freistellung oder vorzeitigen Mutterschutz."

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