Video-Schiris im Finale patzten schon bei Dänemark-Aus

Björn Kuipers leitet das EM-Finale
Björn Kuipers leitet das EM-FinalePool via REUTERS
Björn Kuipers pfeift heute das EM-Finale. Als Video-Referees agieren zwei Unparteiische, die beim Spiel England – Dänemark für Diskussionen sorgten.

Für Kuipers ist es der vierte Einsatz bei dieser EM. Er ist der erste Niederländer, der ein Europameisterschafts-Endspiel pfeift. Es ist das zweite Endspiel auf internationaler Ebene für Kuipers. 2014 pfiff er das Finale in der Champions League. Er wird unterstützt vom deutschen Videoschiedsrichter Bastian Dankert.

Für Diskussionen sorgt allerdings die Nominierung des VAR-Assistenten. Pol van Boekel wird dieses Amt übernehmen. Für die Engländer eine gute Nachricht, war der Niederländer doch auch im Halbfinale gegen Dänemark im Einsatz und sorgte mit seiner Entscheidung, den gegebenen Elfmeter von Schiedsrichter Danny Makkelie nicht zurückzunehmen, für Aufsehen. England siegte nach Verlängerung mit 2:1, Kane vergab zwar den Elfer in der 104. Minute, traf aber im Nachschuss zum Endstand. Ebenfalls im Finale und Halbfinale als VAR-Assistent im Einsatz: Christian Gittelmann.

Allerdings ist es aus Sicht der Italiener nicht der einzige Makel der Ansetzung. Italo-Star Marco Verratti hat keine guten Erinnerungen an Björn Kuipers. Nach dem Ausscheiden im Champions-League-Halbfinale gegen Manchester City tobten die Spieler von PSG. Sie erhoben schwere Vorwürfe gegen den Schiedsrichter. Verratti sagte im Mai, dass Kuipers zu ihm "F**k you" gesagt haben soll. "Wenn ich das sagen würde, würde ich eine Sperre von zehn Spielen kassieren", so Verratti damals.

Kuipers erhielt mit 48 Jahren auch aufgrund der Corona-Pandemie nochmals eine Sondergenehmigung, um bei der EM zu pfeifen. Der Niederländer hätte altersbedingt eigentlich nicht mehr pfeifen dürfen. Seit Anfang der Woche befindet er sich in London und verfolgte auch die beiden Halbfinal-Spiele, um sich auf die Atmosphäre vorbereiten zu können.

Zu seiner Nominierung sagt der Niederländer: "Ich war sehr emotional, als ich gehört habe, dass mir das Finale zugeteilt wird. Ich hatte gehofft, dass mir die Chance gegeben wird, einen EURO-Finale zu leiten, und ich habe mit meinem Team hart gearbeitet, um das zu erreichen. Es ist ein wahrer Meilenstein, ein Traum, ein unglaublicher Moment und eine große Ehre."

Wie es für Kuipers in naher Zukunft weitergeht, ist noch unklar. Auf internationalem Parkett wird der EM-Final wohl der letzte Auftritt bleiben. Da es in den Niederlanden aber keine Altersgrenze gibt, wird er wohl dort weiterpfeifen dürfen. Sorgen um seine Zukunft muss er sich wohl ohnehin nicht machen. Kuipers, Mitgründer einer großen Supermarkt-Kette in den Niederlanden, gilt als "reichster Schiedsrichter der Welt".

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