Offenbar ganz alleine stellt sich die SPÖ-Landespolitikerin den Maßnahmengegnern einer Demonstration in Bregenz entgegen. "Ihr läuft mit den Faschisten mit" ruft Gabriele Sprickler-Falschlunger den Demonstranten zu und in jene Handykamera, die die lautstarke Auseinandersetzung festhält. Das Video kursierte kurze Zeit später im Netz.
Der Chef der in Vorarlberg aktiven Freie Bürgerpartei Georg Palm veröffentlichte die Aufnahme auf seiner Facebook-Seite. In seinem Posting schreibt er, dass die Politikerin "nochmals die Schulbank drücken" müsse, "da sie den Begriff Faschismus nicht zu verstehen scheint". Auf der Demonstration seien Menschen gewesen, die ihre Freiheit und Grundrechte verteidigen. Für heute Dienstag ruft er für 16 Uhr zu einer weiteren Corona-Demo vor der Bezirkshauptmannschaft Bregenz auf.
In den Kommentaren wettern die User gegen die SPÖ-Politikerin. "Sie ist praktizierende Allgemeinmedizinerin [...] – sagt so ziemlich einiges aus", schreibt eine Frau unter dem Posting. "Die Impffaschisten verdrehen die Realität und zeigen ihr wahres Gesicht. Nur weil man nicht an diesem Genexperiment teilnimmt!", schreibt ein weiterer Kommentator.
Doch die Landesrätin bekommt auch Unterstützung. Mit "Bravo, Frau Falschlunger, ja es sind Faschisten absolut untragbar!!" und "Sie hat vollkommen recht", melden sich zwei weitere Facebook-User zu Wort. Auch Joachim Mangard von VOL.at springt der SPÖ-Politikerin via Twitter zur Seite: "Während viele schweigen oder tolerieren, zeigt SPÖ-Lady Gabriele Sprickler-Falschlunger Haltung. Heute in Bregenz. Chapeau vor so viel Courage".
Im Interview mit ORF Vorarlberg bezeichnet Sprickler-Falschlunger die Diskussion mit Maßnahmengegnern als "sinnlos". "Aber ich denke, dass viele dabei sind, die von ihrer Haltung her irgendwo anders stehen und die schon überlegen sollten, mit wem sie da mitlaufen."
Sie sei zufällig an der Demonstration vorbeigekommen und habe gesehen, dass der Verkehr zum Erliegen kam. Deswegen habe sie die Protestierenden konfrontiert. "Ich hab gesagt, ihr lauft da mit den Faschisten mit. Das habe ich gesagt und das glaube ich auch, weil darunter sind Holocaustleugner, Rechtsextreme etc. Und ich glaube, den Menschen sollte klar werden, wen sie da unterstützen", erzählt die Landesrätin.
Verbieten will sie die Demonstrationen trotzdem nicht. Es sei das gute Recht eines jeden, gegen die Impfpflicht zu protestieren. "Ich verstehe nur nicht, wie sie jemandem hinterherlaufen, der selbst der FPÖ zu weit rechts war, wie der Herr Palm – wieso sie solchen Leuten hinterherlaufen, das verstehe ich nicht. Dann würde ich selber eine Demonstration machen.“