Ein Video, das während einer Fahrscheinkontrolle in der U-Bahn-Station Landstraße aufgenommen worden ist, sorgt seit Donnerstag für Wirbel. Es zeigt Mitarbeiter der Wiener Linien, die eine ertappte Schwarzfahrerin an der "Flucht" hindern wollen. Was bei vielen für Empörung sorgt, ist den Kontrolleuren jedoch eigentlich erlaubt.
Ein Video, das während einer Fahrscheinkontrolle in der U-Bahn-Station Landstraße aufgenommen worden ist, sorgt seit Donnerstag für Wirbel. Es zeigt Mitarbeiter der Wiener Linien, die eine ertappte Schwarzfahrerin an der "Flucht" hindern wollen. Was bei vielen für Empörung sorgt, ist den Kontrolleuren jedoch eigentlich erlaubt.
Die Männer in den gelben Warnwesten stellen sich einer jungen Dame, die offensichtlich keinen Fahrschein gezwickt hat, in den Weg, und versuchen, sie am Weitergehen zu hindern. Passanten mischen sich ein mit den Worten: "Sie dürfen die junge Frau nicht angreifen!".
Auch der Produzent des Handy-Videos weist die 'Schwarzkappler' - fälschlicherweise - darauf hin, dass sie die Frau physisch nicht festhalten dürfen. Nach wenigen Augenblicken geben die Wiener-Linien-Mitarbeiter entnervt auf, die Frau rennt davon.
Kritik an Kontrolleuren und Schwarzfahrerin
Im Netz verbreitete sich das Video rasch und sorgte für viel Empörung. Einerseits stoßen sich viele Leute an dem ihrer Meinung nach zu harten Durchgreifen der Kontrolleure. Andere sehen hingegen das Verhalten der Frau als falsch.
Denn obwohl Schwarzfahren von vielen Leuten als Kavaliersdelikt betrachtet wird, ist es doch ein Verstoß gegen das Gesetz, dessen Nichtbefolgen unter gewissen Umständen laut § 149 sogar mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Monat geahndet werden kann.
Dominik Gries, Sprecher der Wiener Linien, rechtfertigt das Verhalten seiner Kollegen im Gespräch mit "Heute.at": "Laut einem Urteil des OHG ist es unseren Mitarbeitern gesetzlich erlaubt, Schwarzfahrer anzuhalten, bis die Polizei eintrifft. Natürlich wird von uns niemand am Boden fixiert".
Das Video wird derzeit ausgewertet, um eventuelle, rechtliche Schritte gegen die Schwarzfahrerin und den Macher des Clips einzuleiten.