Die französische Polizei ist in den Besitz von Videoaufzeichnungen der tödlichen Anschläge des Serien-Attentäters Mohamed Merah gelangt. Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira habe den Behörden Kopien der Videos zukommen lassen, hieß es aus Polizeikreisen in Paris.
gelangt. Der arabische Fernsehsender Al-Dschasira habe den Behörden Kopien der Videos zukommen lassen, hieß es aus Polizeikreisen in Paris. Indes suchen die Ermittler nach einem dritten Mann.
Augenzeugen berichten nach den Morden von Mohammed Merah, der Täter habe bei seinen Bluttaten eine Kamera getragen. Was er damit aufnahm, haben nun die Ermittler in der Hand. Das Päckchen habe neben einem Speicherchip auch einen Brief enthalten. Die Sendung trug demnach den Poststempel vom vergangenen Mittwoch. An diesem Tag hatte die Belagerung des Appartements bereits begonnen, in dem der Serienmörder schließlich von der Polizei erschossen wurde.
Merah habe seine Taten mit einer um die Brust geschnallten Kamera vollständig aufzeichnet, berichtete der Pariser Staatsanwalt François Molins nach der Erschießung des 23-jährigen Serienattentäters am Donnerstag. Einen Tag zuvor hatten die Ermittler eine Tasche des Attentäters mit der Weitwinkel-Kamera vom Typ GoPro bekommen, die oft von Tauchern oder Extremsportlern verwendet wird. Auf dem Film, den Merah nach eigenen Angaben auch ins Internet stellte, waren alle drei Bluttaten zu sehen. Im Internet tauchten die Aufzeichnungen allerdings zunächst nicht auf.
Suche nach Absender des Videos
Der Film ist nicht von dem Täter Mohamed Merah verschickt worden: Noch sei unklar, wer das Video am vergangenen Mittwoch abgeschickt habe, aber es "kann nicht Mohamed Merah sein", teilte die Polizei am Dienstag in Paris mit.
Zusammenschnitt mehrerer Morde
Den Angaben zufolge zeigen die Aufnahmen einen Zusammenschnitt mehrerer Morde des 23-jährigen Attentäters. Demnach ist das Video mit Musik unterlegt und mit Versen aus dem Koran besprochen. Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy hat sich dagegen ausgesprochen, dass das brutale Video ausgestrahlt wird - der arabische TV-Sender hatte erst erwogen, Teile des Films zu veröffentlichen, diesen Plan inzwischen aber revidiert.
Beerdigung in Algerien?
Merahs Vater kündigte am Montagabend von seinem Wohnsitz in Algerien aus an, Frankreich wegen der Tötung seines Sohns verklagen zu wollen. Die Sicherheitsbehörden hätten seinen Sohn lebendig fassen müssen, kritisierte er. Zudem kündigte der Vater an, dass Merah in Algerien bestatten werden solle. Ein Onkel beantragte nach eigenen Angaben die Überführung der Leiche nach Algerien und sei dabei die Bestattung zu organisieren.
Dritter Mann?
Nach der Serie von Attentaten suchen die Ermittler nun nach einem zweiten Komplizen des Täters Mohamed Merah. Dabei gehe es um den Diebstahl des Motorrollers, den Merah bei seinen drei Bluttaten benutzt hatte, hieß es am Dienstag von Seiten der Polizei in Paris. Dieser dritte Mann, der noch nicht identifiziert sei, sei womöglich auch vor den Anschlägen an Vorbereitungen beteiligt gewesen, etwa indem er Motorrad-Zubehör gekauft oder sich zur Abschaltung der Diebstahlsicherung kundig gemacht habe.