Video zeigt wüste Szenen bei Erdogans Wien-Besuch

Mehr als 1.000 Einsatzkräfte der Polizei sicherten den Wien-Besuch des türkischen Premierministers Recep Tayyip Erdogan ab. Während es nach dem Auftritt Kritik an seinen Worten hagelt, zeigt ein Video Zusammenstöße von Fans und Gegnern mit Verletzten und Festnahmen.

ab. Während es nach dem Auftritt Kritik an seinen Worten hagelt, zeigt ein Video Zusammenstöße von Fans und Gegnern mit Verletzten und Festnahmen.

Bei einer der beiden Gegendemonstrationen kam es zu Tumulten. Die Polizei setzte auf der Lasallestraße Pfefferspray ein, um die Zusammenstöße zwischen den Protestierenden zu beenden. Grund für das "kurze Gerangel" war eine Flasche, die aus einem Lokal auf den Demonstrationszug geworfen wurde. Laut Polizei sei ein Beamter bei dem Zwischenfall leicht verletzt worden, der Flaschenwerfer wurde festgenommen.

Scharmützel nach Ende der Veranstaltung

Nach Ende der Gegendemo gegen 18 Uhr kam es neuerlich zu Tumulten: Etwa 300 Meter entfernt von der Abschlusskundgebung - hinter einem Großaufgebot an Polizei - hatten sich Anhänger Erdogans unter der U-Bahnbrücke der U1 in Kagran versammelt. Gegner und Anhänger Erdogans erblickten einander, riefen einander aggressiv zu und erhoben ihre Fäuste. Zunächst blieb die Lage angespannt, aber ohne Zwischenfälle.

Nach der offiziellen Beendigung der Gegendemo trafen einzelne Gruppierungen der gegnerischen Lager beim Abströmen aufeinander. Es kam zu Auseinandersetzungen entlang der Wagramer Straße und angrenzenden Straßenzügen. Insgesamt wurden 14 Personen festgenommen - darunter einige von beiden Lagern, sowie Außenstehende, die beim Gerangel mitgemischt hatten.

"Gefährliches Spiel mit Symbolen"

Die Klubobfrau der Grünen, Eva Glawischnig, hat die Rede Erdogans vor rund 13.500 Anhängern am Donnerstagnachmittag in der Kagraner Albert-Schultz-Eishalle kritisiert. Erdogan spiele "ein gefährliches Spiel mit Symbolen", so Glawischnig. Zudem trete er demokratische Freiheiten durch zunehmenden Autoritarismus "mit Füßen". Erdogan habe durch seine Rede auch innertürkische Auseinandersetzungen nach Wien getragen.

Den historischen Zugang Erdogans griff der FPÖ-Gemeinderat Manfred Hofbauer auf. Allerdings verwechselte er Süleyman mit dem Anführer der fehlgeschlagenen Zweiten Türkenbelagerung Wiens 1683: Erdogan habe die in Wien lebenden Türken "als Enkel Kara Mustafas" bezeichnet, behauptete Hofbauer. Nach der Niederlage an den Toren Wiens wurde Kara Mustafa nach seiner Heimkehr auf Befehl des damaligen Sultans erdrosselt.

"Sind nicht stolz auf das Regime"

Ein türkischer Verein distanzierte sich einer Aussendung vom Freitag klar und deutlich von Erdogan. Jener habe in seiner Rede gesagt: "Ihr könnt stolz sein auf die Türkei." Der Verein der "Türkischen Kulturgemeinde" (TKG) und dessen Mitglieder widersprach dem laut Generalsekretärin Melissa Günes. Der Verein sei nicht stolz auf das Regime, "das jeden Tag die Menschenrechte, Pressefreiheit und Redefreiheit brutal mit Füßen tritt".

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