Seit 13. Februar rast der blaue SEGA-Igel "Sonic" mit Schallgeschwindigkeit über die Kinoleinwand. Allerdings sorgte der Film im Vorfeld für einigen Gesprächsstoff: Nach einem ersten Teaser musste das Filmteam auf ausdrücklichen Wunsch der Fans das Aussehen des Igels nochmals korrigieren.
Auch bei ein paar anderen Kandidaten hätte eine rechtzeitige Fan-Intervention nicht geschadet.
Super Mario Bros. (USA 1993, Regie: Annabel Jankel, Rocky Morton)
Gleich mit dem ersten Versuch, ein Computerspiel als Kino-Abenteuer zu inszenieren, fiel man Anfang der 90er-Jahre gehörig auf die Schnauze. Denn "Super Mario Bros." ist ein konfuses Potpourri an lächerlichen Science-Fiction-Elementen, die so gut wie gar nichts mit dem ursprünglichen Material zu tun haben. Zumindest hat Nintendo nach diesem katastrophalen Bauchfleck eingesehen, die Finger von weiteren Videospiel-Verfilmungen zu lassen.
Alone in the Dark (USA/CAN/D 2005, Regie: Uwe Boll)
Der deutsche Filmemacher Uwe Boll hat sich mit "Alone in the Dark" ziemlich übernommen. Eigentlich sollte der Film eine Fortsetzung des gleichnamigen vierten Teils der Computerspiel-Reihe sein, enthält aber Handlungselemente, die nichts mit dem Spiel zu tun haben. Besonderes Kuriosum: Obwohl der Film mit Christian Slater bei Kritikern und Publikum gleichermaßen durchfiel, gab's drei Jahre später eine Fortsetzung!
Wing Commander (USA/LUX 1999, Regie: Chris Roberts)
In den späten 90er-Jahren erlebte die Karriere von Freddie Prinze Jr. dank dem Teenie-Slasher "Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast" einen Höhenflug. Deshalb besetzte ihn vermutlich auch Regisseur Chris Roberts für die Videospiel-Verfilmung. Der Film über intergalaktische Kampfpiloten stürzte nicht nur an den Kinokassen ab. Auch Fans kritisierten, dass der Film nichts mit der Spiele-Reihe zu tun habe.
Dass aber eine Game-Verfilmung nicht zwangsläufig ein "Game Over" bedeuten muss, zeigen die folgenden Beispiele.
Tomb Raider (UK/USA 2018, Regie: Roar Uthaug)
Als berühmteste Archäologin der Computerspiel-Geschichte kämpft und ballert sich Alicia Vikander durch diesen Action-Kracher. In ihrem dritten Leinwand-Abenteuer begibt sich Lara Croft auf die Suche nach der Insel, auf der ihr Vater verschwunden ist. Optisch orientiert sich der Film sehr stark an den letzten Teilen der erfolgreichen Spiele-Reihe und verdient neben seinen Vorgängern mit Angelina Jolie (2001, 2003) eine lobende Erwähnung aufgrund seiner mitreißenden Inszenierung.
Silent Hill (USA/CAN/F/JPN/ 2006, Regie: Christophe Gans)
Rose (Radha Mitchell) ist auf der verzweifelten Suche nach ihrer Adoptivtochter und verirrt sich in der verlassenen Geisterstadt Silent Hill. So einfach die Prämisse des Films erscheint, so spannend und atmosphärisch ist die Umsetzung. Das wurde auch in erster Linie von den Fans belohnt. Die Rechte an der filmischen Umsetzung des Konami-Spiels erhielt der Regisseur auch erst nach fünf Jahren. Er musste der japanischen Spielefirma ausführlichst erklären, wie viel ihm das Game bedeutet.
Warcraft: The Beginning (USA/CAN/CHN/JPN 2016, Regie: Duncan Jones)
Ähnlich wie bei "Silent Hill" verhielt es sich bei "Warcraft: The Beginning": Bei dem Film handelt es sich um die erste Verfilmung des Blizzard-Echtzeit-Strategiespiels, das in einer Welt voller fantastischer Kreaturen angesiedelt ist. Die Kritik hatte größtenteils wenig für den Streifen übrig, das Publikum war gnädiger. Auf der Plattform Metacritic hält der Film 8,3 von 10 Punkten und auch die imdb-Bewertung (7,1 von 10 Punkten) ist für eine Videospiel-Verfilmung äußerst positiv.
Hat man bei "Sonic - The Hedgehog" aus vergangenen Fehlern gelernt und hat man sich ein Beispiel an anderen Umsetzungen genommen? Am Ende entscheidet dann doch der eigene Geschmack, ob man in puncto Videospiel-Verfilmungen den "Continue"-Button drückt.
"Sonic - The Hedgehog" läuft seit 13. Februar in den österreichischen Kinos.