Viel teurer! Eiskalter Badestart für Stammgäste

Die Linzer Freibäder haben seit 29. Mai wieder geöffnet. Der Start war für viele Stammgäste aber eine kalte Dusche. Sie müssen nämlich für den Badespaß viel tiefer in die Taschen greifen.

"Wir sind gut vorbereitet und freuen uns auf den Start in die Badesaison und über die zahlreichen treuen Badegäste, die viele Tage im Jahr bei uns in den Bädern verbringen", wird Roland Heß, Leiter der Linz Service Bäder, auf der Linz AG-Homepage zitiert.

Doch genau diese Worte stoßen treuen "Vielschwimmern" derzeit besonders sauer auf. Denn für viele Badegäste glich der coronabedingte, verspätete Saisonstart einer eiskalten Dusche. Denn die so beliebte Dauerkarte um 65 Euro gibt es heuer nicht mehr.   

An ihrer Stelle wurde nun ein Punktepass eingeführt. Und dieser ist empfindlich teurer. Für 60 Euro kannn man sich nun nur mehr 20 Mal im Wasser abkühlen. "Mit uns hat im Vorfeld niemand gesprochen. Ich wollte mir zum Start eine neue Jahreskarte kaufen. An der Kassa wurde mir mitgeteilt, dass es diese nicht mehr gibt", ist M. C. (69), seit über 40 Jahren Stammgast im Linzer Parkbad, empört.  

80 Badetage kosten anstelle von 65 Euro nun 240 Euro. Das ist beinahe vier Mal so viel. Die Preiserhöhung trifft vor allem die Senioren. "Ich kenne viele, die jeden Tag ins Parkbad kommen. Auch wenn das Wetter nicht so schön ist. Das ist bei diesen Preisen aber nicht mehr möglich", so die Pensionistin zu "Heute"

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Die 69-Jährige hat sich auch schon nach einem Ausweich-Platzerl umgesehen, verbringt künftig schöne Sommertage auch an der Donau. Gewöhnen will sie sich daran aber nicht. "Das Parkbad ist wie mein verlängerter Balkon. Man trifft dort viele Freunde. Oft bin ich auch nur hin gegangen und habe einen Kaffee getrunken oder mit dem Bademeister getrunken. Es ist nicht mehr die gewohnte Freiheit wie zuvor. Ich bin schon etwas angeschlagen", gibt die Linzerin zu.

Kabine kostet pro Saison 90 Euro

Alleine für die Reinigung ihrer Kabine, die sie seit Jahrzehtnen besitzt und pro Saison 90 Euro dafür bezahlt, musste M. C. einen Punkt aus ihrem neuen Pass opfern. "Wenn sich diese Situation auch im nächsten Jahr nicht ändert, werde ich kündigen und das Parkbad sieht mich nicht wieder", ist die Linzerin sauer.

"Das Parkbad ist wie mein verlängerter Balkon" 

Da laut den Verordnungen der Bundesregierung pro Badegast eine Liegefläche von zehn Quadratmetern garantiert sein muss, dürften aktuell 3.000 Besucher ins Parkbad. "Wir sind froh, dass wir überhaupt aufsperren dürfen und haben versucht, für alle Badegäste ein faires Paket anzubieten. Der Punktepass hat viele Vorteile. Er ist übertragbar und kann auch in die kommende Saison mitgenommen werden", so Susanne Gillhofer von der Linz AG. Mehr als 500 Stück wurden bislang davon verkauft. 

Gillhofer macht den bisherigen Saisonkarten-Besitzern Hoffnung auf Besserung. "Wir haben natürlich die aktuellen Enwicklungen stets im Blick. Sollte es weitere Lockerungen geben, werden auch die Tarife angepasst."

Bis dahin müssen sich M.C. und Co aber noch etwas gedulden...

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