Viele wollten Berufsheer & Zivildienst

Die Volksbefragung zum Bundesheer brachte das klare Ergebnis, dass die Österreicher, immerhin jeder Zweite machte mit, die Wehrpflicht beibehalten wollen. Allerdings stimmt dies nicht ganz: Denn die Fragestellung ließ nur ein Ja für Wehrpflicht und Zivildienst zu. Viele Wähler hätten sich mitunter für Berufsheer und Zivildienst entscheiden wollen.

Die brachte das klare Ergebnis, dass die Österreicher, immerhin jeder Zweite machte mit, die Wehrpflicht beibehalten wollen. Allerdings stimmt dies nicht ganz: Denn die Fragestellung ließ nur ein Ja für Wehrpflicht und Zivildienst zu. Viele Wähler hätten sich mitunter für Berufsheer und Zivildienst entscheiden wollen.

Dies ging aus ersten Wahlmotivbefragungen unter der Bevölkerung etwa auf Wiens Straßen hervor. Nicht wenige sagten, dass sie gar nicht abgestimmt haben, weil man die Zukunft des Bundesheeres nicht getrennt von der Frage nach der Zukunft des Zivildienstes betrachten konnte.

Nichtsdestotrotz muss jetzt aufbauend auf dem vorliegenden Ergebnis weiter reformiert werden. Ob und wieviel diesbezüglich bis zur Nationalratswahl im Herbst passiert, werden die nächsten Wochen zeigen, sobald das Thema nicht mehr im öffentlichen Rampenlicht steht.

ÖVP mobilisierte zum Superwahljahr-Start besser

In jedem Fall war die Volksbefragung ein erster Stimmungstrend im Super-Wahljahr 2013. Die ÖVP schaffte es am besten, ihre Wähler gleich zu Jahresbeginn zu mobilisieren und von ihrer Linie pro Wehrpflicht zu überzeugen. 86 Prozent ihrer Wähler des Jahres 2008 gaben ihre Stimme ab und 80 Prozent von ihnen votierten für die Wehrpflicht. Von den SPÖ-Wählern blieben hingegen 32 Prozent zu Hause - von den FPÖ-Wählern sogar 57 Prozent. Das ergab die Wählerstromanalyse von SORA im Auftrag des ORF.

Das Votum der SPÖ-Wähler der Nationalratswahl 2008 fiel auch weniger klar aus als jenes der VP-Wähler: Denn 63 Prozent der roten Wähler entschieden sich für das von der Partei propagierte Berufsheer und 37 Prozent für die Wehrpflicht. Von den ÖVP-Wählern scherten nur 20 Prozent ins Lager der Berufsheer-Befürworter aus.

Prinzipientreu zeigten sich die Nichtwähler des Jahres 2008. Sie interessierten sich auch nicht für die "direkte Demokratie" und blieben bei der Volksbefragung nahezu geschlossen zu Hause.

Wehrpflicht-Fans im Westen, wenige pro Berufsheer

Die prozentuell meisten Wehrpflicht-Fans weist Vorarlberg auf - und dort fand sich auch die Gemeinde mit der größten Zustimmung zum aktuellen System: In der Gemeinde Schröcken votierten 92,4 Prozent der Stimmberechtigten für das jetzige Modell. Ebenfalls auf der Liste ganz oben, allerdings auf jener mit gegenteiligen Vorlieben, präsentierte sich das burgenländische Tschanigraben: Dort gab es mit 76,7 Prozent die größte Zustimmung zum Berufsheer.

Das Burgenland hat bei den Pro-Wehrpflicht-Gemeinden generell die Nase vorne: In der Top-Ten-Liste jener Gemeinden, in denen die meiste Zustimmung zu einem Berufsheer zu finden war, besetzte das östlichste Bundesland die ersten neuen Plätze. Zwischen 61,2 Prozent (Siegendorf) und eben jenen 76,7 Prozent aus Tschanigraben entschieden sich dort für das Modell von Verteidigungsminister Norbert Darabos, ebenfalls Burgenländer.

Dessen Heimatgemeinde Nikitsch gehörte nicht zu den größten Fans seines Anliegens: Nur 56,7 Prozent votierten dort für ein Berufsheer. Einzige nicht-burgenländische Gemeinde auf dieser Liste war der Wiener Bezirk Neubau. Im siebten Wiener Gemeindebezirk sprachen sich 60,9 Prozent für die Wehrpflicht aus, was fast dem vorläufigen Endergebnis von 59,8 Prozent entspricht.

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