Vier Beschuldigte in der Corona-Causa Ischgl

Ischgl: Hier steckten sich zahlreiche Touristen an, seit Wochen werden die Umstände ermittelt.
Ischgl: Hier steckten sich zahlreiche Touristen an, seit Wochen werden die Umstände ermittelt.picturedesk.com
Nachdem sich unzählige Touristen im Ski-Urlaub in Ischgl mit dem Coronavirus infiziert haben, werden nun vier Personen als Beschuldigte geführt.

Von ischgl in die ganze Welt: International geriet Ischgl als Corona-Hotspot in die Schlagzeilen, weil sich hier zahlreiche Touristen angesteckt und das Coronavirus in ihren heimatländern weiterverbreitet haben sollen. Es wurden bereits Klagen gegen die Republik Österreich und das Land Tirol eingereicht, nun gibt es vier Beschuldigte im Verfahren. laut "ORF" handelt es sich um den Ischgler Bürgermeister Werner Kurz, den Landecker Bezirkshauptmann Markus Maaß und zwei Mitarbeiter der Bezirkshauptmannschaft Landeck.

Ihnen werde vorsätzliche oder fahrlässige Gefährdung von Menschen durch übertragbare Krankheiten vorgeworfen, heißt es im Bericht weiter. Die Staatsanwaltschaft bestätigte, dass es vier Beschuldigte gibt, allerdings nicht die Identitäten der Personen. Über 10.000 Seiten Beweismaterial seien indes zusammengetragen worden. Nun sollen Vernehmungen der Betroffenen erfolgen, auch in Hinsicht zu den getroffenen Vorsichtsmaßnahmen der Region. Für alle Genannten gilt die Unschuldsvermutung.

Vom "Kitzloch" in die ganze Welt

Im März zu Beginn der Corona-Pandemie sorgte der Wintersportort Ischgl weltweit für Negativ-Schlagzeilen. In der Après-Ski-Bar "Kitzloch" hatten sich zahlreiche Gäste mit Corona infiziert. Der Touristenort trug maßgeblich zur Verbreitung des Virus in Europa bei. Tausende Tirol-Urlaubsgäste hätten sich beim Verbraucherschutzverein als Geschädigte gemeldet. Viele davon stammen aus Deutschland. Im Rechtsweg vertritt der VSV vorerst 1.000 Betroffene. In einzelnen Fällen geht es laut Obmann Peter Kolba um bis zu 100.000 Euro.

Vorerst wurden mehrere Amtshaftungsklagen von Covid-19-Geschädigten beim Wiener Landesgericht für Zivilrechtssachen eingebracht. Seiner Darstellung zufolge hätten die Verantwortlichen zu spät und nicht umfassend genug auf den Ausbruch des Coronavirus in Ischgl reagiert. Vom Tiroler Wintersportort wurde das Coronavirus in 45 Staaten getragen. 

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