Der Klimawandel steht politisch im Fokus - raus aus den CO2-Emissionen ist die Devise. Zu diesen politischen Zielen gehört auch, dass Unternehmen weltweit umrüsten und verstärkt auf Energie aus erneuerbaren Quellen setzen. Auch die Finanzwirtschaft spielt hierbei eine sehr große Rolle.
Das Motto der Klimaschützer: Dekarbonisierung von Aktien- und Anleihenpaketen. Das heißt, dass Geldgeber ihre Investments Schritt für Schritt aus jenen Unternehmen abziehen, die sich nicht grün transformieren. Neuinvestitionen in Bereiche wie Erdölgewinnung soll es nicht mehr geben.
Die Betonung liegt allerdings auf "soll". Denn das Geld in fossile Industrien fließt nach wie vor. Aktuell sind knapp vier Billionen Euro von 7.500 institutionellen Investoren weltweit in Anleihen und Aktien von Unternehmen gebunkert, die in der Öl-, Gas- und Kohle-Industrie aktiv sind.
USA sind "Haupttäter": Dabei sind es nur wenige Länder, in denen der Geldhahn weit offen ist: USA, Kanada, Japan, Großbritannien, Indien, China, Norwegen, Schweiz, Frankreich und Deutschland. Diese zehn Staaten sind für 91 Prozent der institutionellen Investitionen in fossile Industrien verantwortlich. Mehr als die Hälfte wird in den USA im fossilen Sektor veranlagt.
„Wenn Anleger weiterhin Kohle-, Öl- und Gasunternehmen unterstützen, ist der Ausstieg aus fossilen Brennstoffen unmöglich“Katrin GanswindtNGO "Urgewald"
Das Ringen um die Zukunft unseres Planeten geht weiter: In November 2024 wird es bei der nächsten Klimakonferenz in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku wieder ums Geld gehen - um Geld, das für die Vermeidung der Klimakatastrophe dringend nötig ist.
Klimawissenschafter warnen seit langem, dass ein rascher Ausstieg aus fossilen Brennstoffen die einzige Möglichkeit ist, Kipppunkte zu vermeiden, die zu einer unkontrollierbaren Verschärfung der Klimakrise führen.
Die Klimakollaps-Bombe tickt: "Wenn institutionelle Anleger weiterhin expandierende Kohle-, Öl- und Gasunternehmen unterstützen, ist der rechtzeitige Ausstieg aus fossilen Brennstoffen unmöglich", sagt Katrin Ganswindt, Leiterin der Finanzrecherche bei "Urgewald".