Österreich

Vier IS-Sympathisanten zu Haftstrafen verurteilt

Heute Redaktion
14.09.2021, 13:12

Am Wiener Landesgericht wurden vier Männer, die sich dem IS in Syrien anschließen bzw. neue Mitglieder anwerben wollten, zu teilbedingten Haftstrafen verurteilt. Der Prozess gegen einen weiteren Verdächtigen wird am kommenden Dienstag fortgesetzt.

Am Wiener Landesgericht wurden vier junge Männer, die sich dem IS in Syrien anschließen bzw. neue Mitglieder anwerben wollten, zu teilbedingten Haftstrafen verurteilt. Der Prozess gegen einen weiteren Verdächtigen wird fortgesetzt.

Aus nicht ganz nachvollziehbaren Gründen war die Öffentlichkeit von dem Prozess ausgesperrt worden. Deutlich schneller als erwartet wurden jetzt aber vier Schuldsprüche gefällt, nachdem sich die Angeklagten voll geständig zeigten.

Die Staatsanwaltschaft hatte ihnen vorgeworfen, Teil einer terroristischen Vereinigung - dem Islamischen Staat - zu sein. Ein 16-Jähriger fasste zweieinhalb Jahre Haft aus, davon zehn Monate unbedingt. Er hatte versucht, Buben im Alter von zehn und elf Jahren für den IS anzuwerben.

Zwei weitere Angeklagte, beide 15-jährige Schüler, wollten nach Syrien reisen, wurden aber noch in Wien festgenommen. Einer der beiden hatte sogar seinen Vater mit einem Schraubenzieher attackiert, weil sich dieser geweigert hatte, dem Sohn den Reisepass auszuhändigen. Er wurde ebenfalls zu zweieinhalb Jahren, davon zehn Monate teilbedingt, verurteilt. Sein gleichaltriger Freund erhielt 21 Monate Haft, davon sieben unbedingt.

Deradikalisierungsprogramm für alle

Weiters wurde ein 16-Jähriger verurteilt, der einem anderen Jugendlichen einen USB-Stick und Werkzeug geraubt und dabei "Allahu Akbar" gerufen hatte - der "Gott ist groß"-Ruf radikaler Islamisten. Er bekam eineinhalb Jahre Haft, davon sechs Monate teilbedingt. Er muss, so wie die anderen drei Verurteilten, auch an einem Deradikalisierungsprogramm teilnehmen.

Die Jugendlichen nahmen die Strafen an, der Staatsanwalt gab aber keine Erklärung an - daher sind die Urteile noch nicht rechtskräftig. Ein 17-jähriger Angeklagter bestritt alle Vorwürde gegen ihn, der Prozess gegen ihn wird daher am kommenden Dienstag fortgesetzt.

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