Österreich

Vier Steirer wegen Menschenhandels in Haft

Heute Redaktion
14.09.2021, 16:20

Ermittlern in der Obersteiermark gelang ein Schlag gegen den internationalen Menschenhandel. Vier Bordellbetreiber werden verdächtigt, Frauen in Rumänien zur Prostitution angeworben und in Bordelle nach Österreich gebracht zu haben. Die Prostituierten seien ausgebeutet und abhängig gemacht worden. Die Bordellinhaber wurden verhaftet, ebenso zwei Helfer in Rumänien.

Laut Behörden arbeitete die Gruppe seit zumindest Sommer 2011 zusammen. Die Bordellbetreiber - zwei Männer und zwei Frauen im Alter zwischen 27 und 58 Jahren - warben die Frauen in Rumänien an. In einigen Fällen stellten sie eine Arbeit als Putzkraft in Aussicht, in anderen Fällen wussten die Frauen, dass sie als Prostituierte arbeiten würden. Die Opfer wurden abhängig gemacht, indem sie ihren Lohn nicht bekamen, Strafgelder zahlen mussten und so bei den Bordellbetreibern hohe Schulden anhäuften. Fallweise wurden ihnen die Reisepässe abgenommen, um sie am Verlassen der Etablissements zu hindern.

Die beiden rumänischen Mittäter, "Taxifahrer" wie es im Jargon heißt, organisierten den Transport der Frauen von Rumänien nach Österreich. Für die Fahrt bezahlten die Bordellbetreiber einige hundert Euro, die sie den Frauen in Rechnung stellten, wodurch sie von Beginn an finanziell abhängig waren. Wie es von den Ermittlern heißt, war die Situation für die rumänischen Frauen, abgesehen von der Geldnot auch insofern schwierig, weil sie die Sprache nicht beherrschten, teilweise nicht lesen oder schreiben konnten und sich nicht auskannten.

Die vier Tatverdächtigen wurden ins Justizzentrum Leoben eingeliefert, die rumänischen Helfer stehen vor der Auslieferung.

APA/red.

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