Vier von fünf Mieten im Altbau sind zu hoch

Vier von fünf Wiener Altbaumieter zahlen einen überteuerten Mietzins. Die Mieterhilfe der Stadt Wien hilft. (v.li.: Christian Bartok, Leiter der Mieterhilfe der Stadt Wien und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal). (c) PID/David Bohmann
Vier von fünf Wiener Altbaumieter zahlen einen überteuerten Mietzins. Die Mieterhilfe der Stadt Wien hilft. (v.li.: Christian Bartok, Leiter der Mieterhilfe der Stadt Wien und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal). (c) PID/David BohmannBild: zVg

Im Schnitt bezahlen die Mieter rund 210 Euro pro Monat zu viel. Die Mieterhilfe der Stadt hilft bei der Überprüfung der Miete und bei der Rückforderung wenn zu viel bezahlt wurde.

"Viel zu viele Wiener Zahlen im privaten Altbau überteuerte Mieten", erklärt Wiens Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal (SPÖ). Bei der Mieterhilfe der Stadt Wien können diese Mieter ihren Mietzins überprüfen lassen und bekommen, wenn zu viel bezahlt wurde, Hilfe bei der Rückforderung.

"Ich empfehle allen Mieterinnen und Mietern, sich bei Fragen an die Mieterhilfe zu wenden. Sei es aufgrund zu hoher Mieten, unerlaubter Lagezuschläge, Wohnungsspekulation oder überhöhter Maklergebühren: Die Stadt Wien ist verlässliche Partnerin und die erste Adresse, wenn es ums faire, bezahlbare Wohnen geht", unterstrich Gaal.

Im Schnitt 2.520 Euro jährliche Ersparnis

In den vergangenen Monaten überprüfte die Mieterhilfe 500 Mietzinsen im Altbau, davon waren die Mieten bei 400 der überprüften Wohnungen zu hoch. "Das heißt 80 Prozent waren deutlich zu hoch, das sind vier von fünf Mieten im Altbau", zog der Leiter der Mieterhilfe Christian Bartok Bilanz.

Im Schnitt werden rund 210 Euro monatlich (entspricht 3,50 Euro pro Quadratmeter) in Wiens Altbauwohnungen zu viel bezahlt.

Die Mieterhilfe der Stadt Wien hat in einer gemeinsamen Aktion mit der Mietervereinigung Österreichs (MVÖ) in 130 Fällen eine amtliche Überprüfung der Miete empfohlen.

Die Mietzinsüberprüfung führt allerdings nicht nur zu einer künftigen Ersparnis, sondern es kann auch die zu viel bezahlte Miete der letzten Jahre von Vermietern zurückgefordert werden. "In absoluten Zahlen sind das 2.520 Euro jährlich und 7.560 Euro als durchschnittliche Rückforderung für die letzten Jahre. Das ergibt eine Gesamtersparnis von rund einer Million Euro für Mieter in 130 Fällen durch die Beratung der Mieterhilfe und die Aktion mit der MVÖ", so Gaal.

In weiteren 270 Fällen sprachen sich die Experten der Mieterhilfe ebenfalls für eine amtliche Überprüfung des Mietzinses aus. Die aktuellen Mieter wollen aber aufgrund der Befürchtung, ihre Wohnung zu verlieren, noch abwarten, weil sie sich in einem befristeten Mietverhältnis befinden und einen entsprechenden Antrag erst später stellen.

Stadt warnt vor Prozessfinanzierern

Besonders sogenannte Prozessfinanzierer würden in den überteuerten Altbaumieten ein lukratives Geschäftsfeld wittern. "Diese Firmen verlangen von Kundinnen und Kunden hohe Prozentsätze des zurückgeforderten Betrags als Provision. Und das nicht nur für zu viel bezahlte Miete in der Vergangenheit, sondern auch für die künftige Ersparnis – bis zu drei Jahre im Voraus", so Bartok.

Die Prozessfinanzierer hätten von den Mietern, die im Rahmen der Aktion von Mieterhilfe und Mietervereinigung betreut wurden, insgesamt rund 500.000 Euro an Provision abkassiert. "Das sind durchschnittlich 25 Prozent für die Rückforderung der letzten drei Jahre und die Mietersparnis für die nächsten drei Jahre im Voraus", unterstrich Bartok.

Mieterhilfe unterstützt kostenlos, kompetent und konsequent

Die Mieterhilfe der Stadt sei hingegen eine kostenlose, kompetente Beratungs- und Serviceeinrichtung zu allen rechtlichen Fragen rund um das Thema Wohnen.

Der ebenfalls kostenlose Mietenrechner steht rund um die Uhr für einen ersten Check der Miete online zur Verfügung. Daneben bietet die Stadt auch einen Online-Betriebskostenrechner und einen Lagezuschlagsrechner.

Sollte sich bereits beim Online-Check herausstellen, dass man zu viel Miete bezahlt, lohne sich jedenfalls ein persönlicher Beratungstermin bei der Mieterhilfe, so Gaal. Nach dem Beratungsgespräch und der Überprüfung der Miete durch die Experten der Mieterhilfe, würden die weiteren Schritte gemeinsam besprochen. (lok)

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